Der jüngste Bericht von EUROSTAT zeigt alarmierende Trends in der Energieversorgung der Europäischen Union, die am 13. März 2026 veröffentlicht wurde. Die EU ist stark von Energieimporten abhängig, wobei 57 % des gesamten Energiebedarfs aus dem Ausland gedeckt werden. Hauptlieferanten sind die USA für Erdöl und LNG, Norwegen für Erdgas sowie Australien für Kohle.
Ein zentraler Punkt des Berichts ist der Verkehrssektor, der mit 31 % den größten Anteil am Endverbrauch ausmacht, gefolgt von Haushalten mit 27 %, der Industrie mit 25 %, gewerblichen und öffentlichen Dienstleistungen mit 13 % sowie dem Agrarsektor mit 3 %.
Energieträger und deren Verteilung
In Bezug auf die Verteilung der Energieträger in der EU ergibt sich folgendes Bild: Erdöl und Erdölprodukte machen 38 % aus, gefolgt von Erdgas mit 21 %, erneuerbaren Energien mit 20 % und Atomkraft, die 12 % ausmacht. Feste Brennstoffe, dazu zählen Kohle und Erdölschiefer, liefern 10 % zur Energieversorgung.
Trotz der Abhängigkeit von Importen kann die EU jedoch 43 % ihrer Energien selbst erzeugen. Bemerkenswert ist, dass 48 % dieser Erzeugung aus erneuerbaren Quellen stammt, während Atomstrom 28 % und feste Brennstoffe 15 % ausmachen. Auch hier ist eine starke Abhängigkeit von Importen zu erkennen, da fast das gesamte Uran für Atomkraftwerke aus dem Ausland bezogen werden muss.
Deutschland und die einzelnen EU-Staaten
Ein spezieller Blick auf Deutschland zeigt, dass der Anteil der Nettoimporte am Energieverbrauch im Jahr 2024 bei 67 % lag. Außerdem berichten Statistiken, dass 15 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, mehr als 50 % ihres Energieverbrauchs durch Importe decken. Spanien und Italien sind mit Importanteilen von 69 % beziehungsweise 74 % noch stärker betroffen.
Gleichzeitig gibt es in der EU auch Staaten mit niedrigeren Importabhängigkeiten. Estland hält mit nur 5 % die geringste Importabhängigkeit, gefolgt von Schweden mit 27 % und Lettland mit 29 %. Diese Unterschiede verdeutlichen die heterogene Struktur der Energieabhängigkeit innerhalb der Union.
Die Zahlen decken sich mit den Erkenntnissen von destatis.de, die den aktuellen Stand der Energieimportabhängigkeit in einem breiteren Kontext erläutern. EUROSTAT bietet zudem detaillierte Daten und Analysen an, die die bestehende Abhängigkeit der EU von fossilen und atomaren Energiequellen unterstreichen.
Insgesamt ist der Bericht ein klarer Weckruf für die EU, die eigenen Energiequellen zu diversifizieren und die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern.
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