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Am 25. März öffnet die neu gestaltete Schausammlung der Textilien und Teppiche im Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien ihre Türen. Museumschefin Lilli Hollein hat in den letzten Monaten an einer grundlegenden Neuausrichtung gearbeitet, um die beeindruckende Sammlung, die rund 20.000 Objekte umfasst, für die Besucher zugänglicher zu machen. Eine besondere Herausforderung sind die schweren Zugänge und die teilweise schwer lesbaren Objekttexte in dem neuen Raum der „Wien 1900“-Schausammlung, die in einem gedämpften Licht gehalten sind, um die empfindlichen Textilien vor Schäden zu bewahren.

Die Schausammlung gilt als eine der wertvollsten ihrer Art, insbesondere durch ihren Fokus auf Mamlukenteppiche und Safawidische Teppiche des 16. und 17. Jahrhunderts. Im Zentrum der Ausstellung steht ein einzigartiger Mamlukenteppich aus dem frühen 16. Jahrhundert, der während seiner zwei Jahre dauernden Restaurierung in den Werkstätten des MAK große Beachtung fand. Die Übersiedlung dieses besonderen Objekts an den neuen Standort wurde von Anwesenden als emotionaler Moment beschrieben. Nach etwa zwei Jahren wird der Teppich durch ein weiteres renommiertes Exemplar ersetzt.

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Innovative Ausstellungsgestaltung

Das Studio Formafantasma hat die Architektur der Dauerausstellung entworfen, und große Glasvitrinen wurden geschaffen, um die verschiedenen Objekte angemessen zu präsentieren. Die Vitrinen sind mit einem speziellen Moiréstoff namens Forget-Me-Not überzogen und bieten Schubladen für fragile Objekte, was die Präsentation der Sammlung weiter verbessert. Besonders hervorzuheben ist die klare Gliederung in der Ausstellung, die einerseits gewebebildende Techniken und andererseits bedruckte oder bestickte Textilien zeigt. Hollein kündigte zudem an, dass in Zukunft keine Beschriftungen auf Metalltafeln mehr verwendet werden, um die Lesbarkeit zu erhöhen.

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Die ständige Erneuerung der Schausammlung, die alle zwei bis drei Jahre erfolgen soll, ist ein wichtiger Aspekt, um die Aktualität und Attraktivität der Präsentation zu gewährleisten. Dies soll nicht nur die Sichtbarkeit der Sammlungsstücke erhöhen, sondern auch den historischen Kontext und die verwendeten Materialien der Textilien in den Vordergrund rücken.

Rolle der Textilrestaurierung

Am Beispiel des MAK zeigt sich, wie wichtig die Textilrestaurierung für die Bewahrung kulturellen Erbes ist. Einrichtungen wie das Deutsche Historische Museum (DHM) beschäftigen spezialisierte Restauratoren, die textile Bestände nicht nur pflegen, sondern auch für Ausstellungen fachgerecht aufbereiten. Diese Aufgaben sind aufgrund der Vielzahl an Materialien und Dimensionen herausfordernd. Zudem sind viele historische Textilien mit Bioziden kontaminiert, was zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen für die Restauratoren erfordert. Der Umgang mit solchen Objekten ist nicht nur eine kunsthistorische, sondern auch eine gesundheitliche Herausforderung, da der Schutz der Mitarbeiter oberste Priorität hat.

Der bevorstehende Eröffnungstag der Schausammlung im MAK ist somit nicht nur ein bedeutendes Ereignis für Kunstliebhaber und Wissenschaftler, sondern auch für alle, die sich für die Kunst der Textilrestaurierung und die Bewahrung des kulturellen Erbes interessieren.