Die Erde erlebt eine dramatische Erwärmung, wobei die Jahre 2023 und 2024 als die wärmsten seit Beginn der Messungen identifiziert wurden. Laut einer Studie von US-Statistikern und Experten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Grant Foster und Stefan Rahmstorf, hat die Erwärmung sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt. Diese Erkenntnisse wurden präsentiert, nachdem natürliche Einflüsse wie Vulkanismus, Sonnenzyklen und das El Niño-Phänomen herausgerechnet wurden. Selbst nach dieser Korrektur bleiben 2023 und 2024 die wärmsten Jahre, auch wenn sie relativ kühler erscheinen. Die Erderwärmung hat sich von einem Anstieg von durchschnittlich 0,2 Grad pro Jahrzehnt von 1970 bis 2015 auf 0,35 Grad pro Jahrzehnt seit 2015 erhöht. Dies belegt eine statistisch signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung nach 2015, wie die Kleine Zeitung berichtet.
Die Gründe für diese Beschleunigung sind jedoch weiterhin ungeklärt. Die Studie lässt offen, was genau zu dieser Veränderung führt. Ein weiterer Aspekt ist die Entwicklung der Aerosole in der Atmosphäre, deren Konzentration seit Ende der 2000er Jahre gesunken ist. Dieser Rückgang könnte die Erderwärmung in der Vergangenheit maskiert haben, was in den letzten Jahren weniger ausgeprägt ist. Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut unterstützt die Auffassung, dass diese Trends bedeutsam sind und sagt voraus, dass die Zunahme der Erdtemperatur durch den Wegfall der Aerosole mittelfristig wieder abflachen könnte, weist jedoch auf die wahrscheinliche Beschleunigung des globalen Temperaturanstiegs hin.
Einfluss von El Niño und Kohlenstoffkreislauf
Darüber hinaus untersucht eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie die Reaktion des Kohlenstoffkreislaufs auf steigende Temperaturen in den Tropen. Zwischen 1959 und 2011 zeigte der CO2-Gehalt in der Atmosphäre eine doppelt so starke Reaktion auf Temperaturen in den Tropen als zuvor. Diese Reaktion steht im Zusammenhang mit zunehmenden Dürreperioden und Veränderungen im Kohlenstoffkreislauf, die durch den Klimawandel ausgelöst werden. Die Forscher machen starke El Niño-Ereignisse dafür verantwortlich, die in den 1980er und 1990er Jahren häufig auftraten. Astronomische Wetterbedingungen erhöhen Dürre und Hitzewellen in den Tropen, was negativ auf das Pflanzenwachstum und die Kohlenstoffaufnahme wirkt. Laut der Studie absorbieren tropische und nicht-tropische Ökosysteme große Mengen Kohlenstoff und fungieren als essentielle Kohlenstoffsenken.Max-Planck-Institut
In den letzten Jahrzehnten zeigte sich, dass extreme Wetterereignisse wie El Niño-Phasen große Mengen Kohlenstoff freisetzen, was den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zusätzlich erhöht. Diese kurzfristigen Fluktuationen könnten komplexe Wechselwirkungen im Kohlenstoffkreislauf verursachen, jedoch keine dauerhaften Veränderungen anzeigen.
Klimawandel und menschlicher Einfluss
Die Klimaerwärmung ist auch untrennbar mit menschlichen Aktivitäten verbunden. Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sowie großflächige Entwaldung tragen zur Anreicherung von Kohlendioxid in der Atmosphäre bei. Auch die landwirtschaftliche Tierhaltung ist eine bedeutende Quelle von methan- und distickstoffmonoxid-emissionen. All diese Treibhausgase fördern die Erwärmung der unteren Luftschichten. Diese Details hebt das Umweltbundesamt hervor und zeigt, dass die globale bodennahe Lufttemperatur seit dem letzten Jahrhundert angestiegen ist und Extremereignisse wie Hitzewellen und Starkniederschläge zunehmen.
Die Prognosen zu zukünftigen Klimaänderungen erfordern komplexe Modellrechnungen, die verschiedene Wechselwirkungen zwischen Faktoren berücksichtigen. Laut dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) ist ein breiter wissenschaftlicher Konsens über die anthropogenen Ursachen des Klimawandels vorhanden, jedoch gibt es in der öffentlichen Diskussion nach wie vor Zweifel und eine Verbreitung von falschen Informationen.