Die Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sorgt weiterhin für Schlagzeilen und rechtliche Auseinandersetzungen, insbesondere in Europa, wo einige Politiker und bekannte Persönlichkeiten aufgrund der Enthüllungen zurücktraten. In Großbritannien, Frankreich und Norwegen waren die Folgen spürbar; sogar der ehemalige Prinz Andrew sah sich im Zusammenhang mit den Epstein-Enthüllungen einer vorübergehenden Festnahme gegenüber. In den USA hingegen blieben die rechtlichen Konsequenzen weitgehend aus. Bislang wurde nur Ghislaine Maxwell, Epsteins ehemalige Lebensgefährtin, verhaftet und 2021 zu einer 20-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, da sie minderjährige Mädchen für Epstein angelegt hatte. Diese tiefgreifenden Enthüllungen werfen Fragen nach der Verantwortung einflussreicher Persönlichkeiten auf.

Maxwell, die als „Predator“, „fixer“ und „enabler“ bezeichnet wird, hatte jahrzehntelang die Wünsche von Epstein erfüllt. Sie kümmerte sich nicht nur um seine Luxusimmobilien, sondern sorgte auch dafür, dass junge Mädchen für Epstein und seine einflussreichen Bekannten bereitstanden. Angehörige von Opfern beschreiben sie als „Monster“, während einige Medien sogar versuchen, ihre Rolle als Opfer darzustellen, was den anhaltenden Einfluss des Missbrauchsskandals verdeutlicht.

Reaktionen in den USA und Europa

Während in Europa rechtliche Schritte eingeleitet wurden, beschränken sich die Maßnahmen in den USA auf die Verurteilung von Maxwell. Das US-Justizministerium hat erklärt, dass die geheimen Akten zu Epstein keine neuen Erkenntnisse für weitere Strafverfolgungen liefern. Kritiker, darunter Abgeordnete beider Parteien, werfen der US-Justiz vor, nicht genug für die Aufklärung zu tun. Republikanische Abgeordnete fordern Gerechtigkeit und kritisieren die mangelnde Rechenschaftspflicht für die mächtigen Akteure, deren Namen in Verbindung mit Epstein auftauchen, darunter auch Donald Trump.

Trump, der sich gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten wehrte, unterschrieb letztendlich ein Gesetz zur Freigabe dieser Dokumente. Sein Name erscheint häufig in den Unterlagen, doch nach wie vor konnten ihm keine Vergehen nachgewiesen werden. Senator Ruben Gallego führt die mangelnde Rechenschaftspflicht auf die frühere Beziehung zwischen Trump und Epstein zurück.

Öffentliche Wahrnehmung

Eine Umfrage zeigt die weit verbreitete Besorgnis unter den US-Bürgern: 63% glauben, dass ihr Vertrauen in politische und wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten durch die Epstein-Enthüllungen erheblich gelitten hat. Noch alarmierender ist die Erkenntnis, dass 69% der Befragten überzeugt sind, dass mächtige Menschen in den USA nur selten mit Konsequenzen konfrontiert werden.

Somit bleibt der Fall Epstein ein bedeutendes Thema auf der Agenda der politischen Diskussion, sowohl in den USA als auch in Europa. Der Druck auf Rechtsbehörden und die öffentliche Forderung nach mehr Gerechtigkeit werden sicherlich auch in Zukunft anhalten, während die Affäre weiterhin eine tiefe Kluft zwischen Einfluss und Verantwortung sichtbar macht. Weitere Informationen dazu finden sich unter oe24, Spiegel und Zeit.