In der aktuellen Episode der „Peter & Paul“-Sendung, moderiert von Paul Leitenmüller, diskutieren Leonhard Schitter, CEO der Energie AG Oberösterreich, und Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, über die entscheidende Rolle der Energiewende für die Souveränität und Sicherheit Österreichs. Die Aufzeichnung fand im VIP-Terminal des Flughafens Wien statt und thematisierte die Herausforderungen und Chancen der Energie- und Wirtschaftsentwicklung der Zukunft. Schitter, der über 450.000 Kunden im Bereich Strom, Gas, Wärme und Wasser versorgt, unterstreicht, dass es „zur Energiewende keine Alternative“ gebe und warnt vor den Risiken einer Abhängigkeit von anderen Ländern in der Energieversorgung. Er sieht die Energiewende nicht nur als wirtschaftliches, sondern auch als ein Projekt zur Friedenssicherung für Österreich. Währenddessen äußert Krickl eine pessimistische Grundhaltung bezüglich der österreichischen Wirtschaft, sieht jedoch in der Energiewende und der Künstlichen Intelligenz (KI) positive Transformationsprojekte.
Beide Experten betonen die Notwendigkeit, die Bevölkerung stärker in die Energiewende einzubeziehen. Schitter stellt klar, dass die Energiewende ein Gemeinschaftsprojekt ist, das umfangreiche Investitionen und Bauaktivitäten erfordert. Ebenso spricht Krickl sich für eine Deregulierung aus, um Innovationen zu fördern und die Förderlandschaft zu verbessern, wobei er die Forschungsprämie der FFG als positives Beispiel anführt.
Die Rolle von Künstlicher Intelligenz
Die digitale Transformation ist ein zentraler Aspekt der Energiewende. Laut dem BDEW bildet die Digitalisierung das „Nervensystem“ der Energiewende, während KI als das „Gehirn“ fungiert. KI wird in der Energiewirtschaft bereits auf allen Ebenen genutzt und bietet zahlreiche Vorteile: von der Steigerung der Effizienz über die Unterstützung neuer Geschäftsmodelle bis hin zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. Durch KI können präzise Prognosen erstellt werden, was besonders wichtig für die Integration erneuerbarer Energien ist. Das umfasst die Analyse von Wetterdaten zur Verbesserung von Erzeugungsprognosen sowie die Durchführung algorithmischer Handelsstrategien, die Markttrends in Echtzeit auswerten.
Jedoch bringt der Einsatz von KI auch Herausforderungen mit sich. Die Qualität der Daten ist entscheidend, da unstrukturierte oder lückenhafte Daten das Training von KI-Modellen erschweren. Zudem ist die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen innerhalb kritischer Infrastrukturen notwendig, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Auch die europäische KI-Verordnung stellt Anforderungen an die Entwicklung und den Betrieb von KI-Systemen in der Energiewirtschaft, was zusätzliche Regulierungsbedenken aufwirft.
Expertendiskussionen und Empfehlungen
Parallel zur Diskussion über die Energiewende tagt in Berlin die Expertenkommission „Wettbewerb und Künstliche Intelligenz“, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingesetzt wurde. Diese Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, relevante Handlungsempfehlungen zur digitalen Souveränität und einer leistungsfähigen KI-Infrastruktur zu entwickeln, um den Wettbewerb in Deutschland zu stärken. In der Auftaktsitzung wurde die Bedeutung von KI für die Zukunft und die Notwendigkeit eines fairen Wettbewerbs hervorgehoben, um wirtschaftliche Abhängigkeiten zu vermeiden. Die Kommission, bestehend aus 15 Mitgliedern, wird in den kommenden Monaten weitere Sitzungen abhalten, um zentrale Themen wie Finanzierung, Wettbewerbs- und Regulierungsschutz sowie Innovationskultur zu erörtern.
Insgesamt verdeutlichen die Gespräche und Initiativen sowohl der Experten in Österreich als auch der Kommission in Deutschland, dass die Energiewende nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension besitzt. Der verantwortungsvolle Umgang mit KI und digitalen Technologien ist entscheidend, um eine nachhaltige und sichere Energiezukunft zu gestalten.
Weiterführende Informationen und Diskussionen sind im Video- und Podcastformat der Sendung sowie in den Veröffentlichungen der Expertenkommission zu finden. Die Herausforderungen und Chancen der Energiewende und Künstlichen Intelligenz benötigen weiterhin gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit.