Im Rahmen eines Interviews mit dem Magazin Kontrast äußerte sich Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) zu den aktuellen Herausforderungen in der Energiebranche, insbesondere im Hinblick auf die Krisen im Bereich der Fossilenergien. Er betonte die dringend notwendige Ausweitung der erneuerbaren Energien, wobei der Fokus besonders auf der Windkraft liegen sollte. Laut Marterbauer könnten durch diese Maßnahmen die negativen Auswirkungen von Verwerfungen auf dem Ölmärkten minimiert werden. Zudem kritisierte er, dass Themen wie der Ausbau der Stromnetze und der (Pump-) Speicher nach wie vor eine entscheidende Rolle spielen.
Eine zentrale Frage, die in diesem Kontext aufgeworfen wurde, betrifft die fehlende Erwähnung der Photovoltaik. Trotz der Tatsache, dass Österreich bereits einen hohen Anteil von knapp 90 % erneuerbarem Strom aufweisen kann, gibt es diverse Stimmen, die der Regierung vorwerfen, sie habe die Energiewende seit Jahrzehnten behindert. Positiv hingegen wird auf die Erfolge in der Branche der Erneuerbaren und die Innovationskraft, vor allem im Bausektor, verwiesen.
Ausbaustrategien der Erneuerbaren Energien
<pIn Deutschland verfolgt die Bundesregierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ehrgeizige Ausbauziele für die erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2030 soll die Leistung von Windkraftanlagen auf 145 Gigawatt mehr als verdoppelt werden. Bis 2045 sind gar 230 Gigawatt geplant. Im Bereich der Solarenergie ist das Ziel, bis 2030 215 Gigawatt und bis 2045 insgesamt 400 Gigawatt zu erreichen. Die Notwendigkeit des Ausbaus wird auch durch die jahrelangen Verzögerungen bei der Windkraft unterstrichen, bei denen die vergangenen Zielvorgaben oft nicht eingehalten wurden. Zum Beispiel blieb die Leistungserweiterung im Jahr 2025 um 8,9 Gigawatt unter den Erwartungen, während bei der Solarenergie das Ziel um 11,7 Gigawatt übertroffen wurde, wie ndr.de berichtet.
Die Bundesländer spielen eine entscheidende Rolle im Ausbau der Windkraft. Niedersachsen führt mit der höchsten Gesamtleistung an Windkraftanlagen, während Schleswig-Holstein bei der Leistung pro Quadratkilometer an der Spitze steht. Fast 40 Prozent der Windkraftleistung Deutschlands ist in den norddeutschen Bundesländern angesiedelt. Gleichzeitig gibt es im Süden Deutschlands, wie in Bayern, strenge Abstandsregelungen zu Siedlungen, die den Windkraftausbau stark einschränken. In Bezug auf die Solarenergie hat Süddeutschland, insbesondere Bayern und Baden-Württemberg, die größte Produktion.
Der Bedarf an Speicherkapazitäten
Ein weiterer kritischer Punkt für die Energiewende ist der Ausbau von Batteriespeichern. Es wird geschätzt, dass der Bedarf an Speicherkapazitäten bis 2030 auf 104 Gigawattstunden anwachsen muss, während aktuell nur etwa 25 Gigawattstunden zur Verfügung stehen. Der Markt für Batteriespeicher hat jedoch in den letzten Jahren stark an Dynamik gewonnen. Im Jahr 2025 wurde erwartet, dass 22 Gigawatt Solarenergie neu installiert werden sollten, doch bisher wurden nur 2,3 Gigawatt (11 % des Ziels) erreicht.
| Ziel Jahr | Geplante Leistung Windkraft (GW) | Aktuelle Leistung Windkraft (GW) | Geplante Leistung Solarenergie (GW) | Aktuelle Leistung Solarenergie (GW) |
|---|---|---|---|---|
| 2025 | 8,5 | 1,1 | 22 | 2,3 |
Insgesamt betrachtet, hat Deutschland im Jahr 2025 rund 290 Terawattstunden (TWh) erneuerbaren Strom erzeugt, was einem Anstieg um etwa 1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders hervorzuheben ist der Anteil von Windenergie und Photovoltaik, der über 75 % des erneuerbaren Stroms ausmacht. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Bruttostromverbrauch stieg von 54,4 % im Jahr 2024 auf 55,1 % ein Jahr später, laut Angaben des Umweltbundesamtes.
Es bleibt abzuwarten, wie die Fortschritte bei der Umsetzung der gesetzten Ziele in den kommenden Jahren aussehen werden und welche Strategien die verschiedenen Regierungen verfolgen, um die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu bewältigen.



