Der weltweite Markt für Elektromobilität entwickelt sich rasant und zeigt ein Wachstum, das den früheren Technologien in der Photovoltaik ähnlich ist. Laut einer aktuellen Datenrecherche von Greenpeace wird prognostiziert, dass der Anteil von Elektroautos (E-Autos) am Weltmarkt bis Ende 2035 auf beeindruckende 75 Prozent steigen könnte, in China sogar bis auf 89 Prozent. In der Europäischen Union wird ein unterdurchschnittlicher Marktanteil von 71 Prozent bis 2035 erwartet.
Lena Donat, Mobilitätsexpertin bei Greenpeace, unterstreicht die exponentielle Wachstumsdynamik der E-Mobilität und fordert von der deutschen Bundesregierung, diese Entwicklung durch Steueranreize zu unterstützen. Norwegen wird als Paradebeispiel für erfolgreiche E-Auto-Politik genannt, wo im Jahr 2022 bereits 96 Prozent der Neuwagen rein elektrisch waren.
Marktentwicklung und Herausforderungen
Die Diskussion um die CO2-Grenzwerte in der EU gewinnt an Brisanz. Am Dienstag treffen sich die EU-Umweltminister:innen in Brüssel, um über mögliche Abschwächungen der europäischen CO2-Grenzwerte zu debattieren. Die EU-Kommission plant, die Reduktionsziele für Neuwagen von 100 Prozent bis 2035 auf 90 Prozent zu senken, was eine Zulassung von Verbrennungsmotoren über das zuvor festgelegte Datum hinaus ermöglichen würde.
Die Marktzahlen zeigen auch eine bemerkenswerte Entwicklung in der Gesamtzahl der Personenkraftfahrzeuge. Der weltweite Bestand an Pkw hat sich in den letzten 46 Jahren nahezu verfünffacht. Im Jahr 1978 waren 275 Millionen Pkw registriert, während 2024 bereits über 1,3 Milliarden Pkw im Umlauf sein werden. Die Autodichte in China beträgt 132 Pkw pro 1.000 Einwohner*innen, während Deutschland mit 581 Pkw pro 1.000 Einwohner*innen deutlich höher liegt.
Trend der E-Autos in Deutschland
In Deutschland steuern Politiker und die Autoindustrie auf einen Abschied von Verbrennungsmotoren zu. Im Jahr 2023 beschloss die EU, dass ab 2035 keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr zugelassen werden dürfen, außer für E-Fuels. Der Bestand an E-Autos in Deutschland stieg Anfang 2024 auf rund 1,7 Millionen Fahrzeuge. Dennoch verlangsamte sich das Wachstum auf lediglich 17 Prozent – etwa halb so stark wie im Vorjahr – und der Anteil der E-Autos am Pkw-Bestand überstieg nur knapp drei Prozent.
Im Vergleich zu den boomenden E-Auto-Zahlen zeigt sich auch die Tendenz rückläufiger Neuzulassungen für Elektro- und Hybridautos. So brach die Zahl neuer Plug-in-Hybridautos im Jahr 2023 stark ein und erholte sich 2024 kaum. Der Markt für Hybridautos hingegen wuchs und erreichte neue Höchstwerte.
Die Rolle der Ladeinfrastruktur und des Stroms
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der E-Mobilität ist die Ladeinfrastruktur. Bis Januar 2025 stieg die Anzahl der Ladepunkte in Deutschland auf über 160.800, mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von etwa 37,4 Kilowatt. Hochklassige E-Auto-Modelle weisen meist höhere Ladeleistungen auf.
Trotz der positiven Entwicklung in der Nutzung von E-Autos verursachen diese bei der Produktion höhere Treibhausgasemissionen als Benzin- oder Dieselautos, da über 80 Prozent der Emissionen durch die Batterie entstehen. Allerdings erzeugen Elektroautos beim Fahren keine Emissionen, vorausgesetzt der Strom wird klimaneutral hergestellt. Im Jahr 2023 stammten bereits 54 Prozent des produzierten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien, was eine vielversprechende Entwicklung darstellt.
Insgesamt zeigt sich, dass die Verkaufszahlen von E-Autos in Zukunft voraussichtlich wieder steigen werden, unterstützt durch ein günstigeres Angebot und neue EU-Emissionsvorgaben.Statista bietet hierzu umfassende Informationen über die Elektromobilität und die sich verändernden Marktbedingungen in Deutschland.

