Der mexikanische Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als „El Mencho“, wurde in einer militärischen Operation in Tapalpa, Jalisco, getötet. Dies berichten mehrere Nachrichtenquellen, darunter oe24 und CNN. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (ca. 12,7 Mio. Euro) für Informationen, die zu seiner Festnahme führen, ausgesetzt. Der 59-Jährige führte seit 2011 das von ihm gegründete Drogenkartell Jalisco Nueva Generación (CJNG), das von der US-Regierung als ausländische Terrororganisation eingestuft wird.

Die Operation begann mit einem massiven Einsatz von Sicherheitskräften aus mehreren Bundeszweigen der mexikanischen Militärs. Oseguera und zwei seiner Begleiter wurden schwer verletzt und starben, während sie nach Mexiko-Stadt transportiert wurden. Bei dem Einsatz wurden auch vier Gangmitglieder getötet und drei mexikanische Militärangehörige verletzt.

Gewalt und Unruhen in Mexiko

Die Tötung von Oseguera führte zu heftigen Reaktionen und gewalttätigen Protesten von Bandenmitgliedern in mehreren Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato. In Puerto Vallarta wurden brennende Autos gefilmt, während die Straßen mit brennenden Fahrzeugen blockiert wurden. Der Gouverneur von Jalisco, Pablo Lemus Navarro, warnte die Bevölkerung, und der Innenminister rief dazu auf, zu Hause zu bleiben, während die öffentlichen Verkehrsmittel vorübergehend ausgesetzt wurden. Aufgrund der Gewalt gab das US-Außenministerium eine Reisewarnung für die betroffenen Bundesstaaten bekannt.

Die zurückgebliebene Zerstörung spricht Bände über die Macht und den Einfluss, den Oseguera mit dem CJNG ausübte. Das Kartell ist bekannt für den Handel mit Fentanyl, Erpressung, migrantenschleusenden Aktivitäten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel. Auch die militärische Infiltration der Kartelle hat zu einem Anstieg der Gewalttaten geführt. In den letzten Jahren wurden täglich zwischen 70 und 100 Menschen ermordet oder verschleppt, und die meisten Regionen werden den Drogenkartellen überlassen.

Einblick in die Drogenkriminalität

Oseguera, geboren am 17. Juli 1966 in Aguililla, Michoacán, war seit den 1990er-Jahren im Drogenhandel aktiv. Er wurde 1994 in Kalifornien wegen Heroinschmuggels verhaftet, in Mexiko später als Polizist tätig und gründete schließlich das CJNG, das unter seiner Führung zu einer der mächtigsten kriminellen Organisationen des Landes wurde. Das Kartell hat ein beeindruckendes Waffenarsenal und gepanzerte Fahrzeuge sowie einen einschüchternden Einfluss im Bereich der organisierten Kriminalität.

Die Politik unter Präsidentin Claudia Sheinbaum, die im Oktober 2024 das Amt übernahm, setzt auf verschiedene Sicherheitsstrategien, um gegen die steigende Kriminalität vorzugehen. Das mexikanische Rechtssystem soll durch Verfassungsänderungen reformiert werden, und die Nationalgarde wird dem Verteidigungsministerium unterstellt. Dennoch bleibt die Sorge über die anhaltende Gewalt und das Unvermögen des Staates, die Kriminalität wirksam zu bekämpfen, weiterhin hoch. Die bpb dokumentiert, dass die Mordrate in Mexiko zwar leicht gesenkt werden konnte, jedoch gleichzeitig die Verschwundenenstatistik alarmierend steigt und das Dasein vieler Bevölkerungsteile aufgrund der Armut und sozialer Unterschiede weiter erschwert wird.