Die Staatsanwaltschaft von Namur hat einen Vorfall untersucht, bei dem ein belgischer Bussard namens „Coco“ aus einem Wildtiergehege entwendet wurde. Diese Tat wird seitens der Behörden als „gezielte und vorsätzliche Tat“ eingestuft. Nach dem Einbruch verschwanden die Verantwortlichen mit dem Vogel, dessen Verbleib zunächst unklar blieb. Bislang sind keine Informationen darüber bekannt, ob Ermittlungen eingeleitet wurden, oder ob „Coco“ möglicherweise ausgesetzt wurde, was seine Überlebenschancen gefährden könnte, wie das Wildtierzentrum warnt.
Am Donnerstag wurde der Bussard schließlich in eine Auffangstation gebracht, nachdem er einen längeren Zeitraum in der Region gesichtet worden war. Behörden in Dinant berichteten, dass der Raubvogel Menschen angegriffen hatte. Insbesondere Kinder waren verängstigt, da der Bussard nahe an ihnen flog und teilweise von Passanten gefüttert wurde. Dies führte zu einer Anordnung, den Vogel einzufangen, was allerdings nicht ohne Widerstand verlief, da die Wildtierstation „aggressive“ Nachrichten von empörten Bürgern erhielt.
Kontext des Vorfalls
Der Vorfall rund um „Coco“ findet vor dem Hintergrund eines weltweiten Anstiegs des illegalen Wildtierhandels statt. Dieser hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr lukrativen, jedoch auch hochproblematischen Geschäft entwickelt. Interpol berichtete kürzlich über eine massive Operation gegen den illegalen Wildtierhandel, bei der zwischen Mitte September und Mitte Oktober 2025 in 134 Ländern rund 30.000 lebende Tiere sichergestellt wurden. Dies stellt einen Anstieg von etwa 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar.
Bei dieser Operation, die als „Thunder“ bezeichnet wird, konnten auch etwa 1100 Tatverdächtige identifiziert werden. Die Behörden führten über 4500 Razzien durch und beschlagnahmten eine Vielzahl von Tieren, darunter 6160 Vögel, 2040 Wasserschildkröten sowie zahlreiche Reptilien und Säugetiere. Zu den beschlagnahmten Wildtierprodukten gehören Haifischflossen, Elfenbein und andere wertvolle Erzeugnisse. Der illegale Wildtierhandel hat ein geschätztes Jahresvolumen von bis zu 20 Milliarden US-Dollar, was die Dimension und drängenden Problematik dieses Geschäfts verdeutlicht.
Der Fall des Bussards „Coco“ könnte somit nicht nur ein isolierter Vorfall sein, sondern ein Hinweis auf die größere Thematik des illegalen Handels mit Wildtieren und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Die Situation verdeutlicht die Notwendigkeit eines stärkeren Schutzes unserer tierischen Mitbewohner und die Wichtigkeit, illegalen Handel konsequent zu verfolgen.






