
Der renommierte Chemiker Martin Karplus, eine prägende Figur der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts, ist am 28. Dezember 2024 im Alter von 94 Jahren in Cambridge, Massachusetts, verstorben. Karplus, der 1938 als Kind vor den Nazis aus seiner Heimat Österreich fliehen musste, hinterließ ein bedeutendes Erbe in der Welt der Chemie. Er war maßgeblich an der Digitalisierung der Chemie beteiligt und entwickelte revolutionäre Methoden zur Simulation komplex gefalteter Moleküle wie Proteine, was ihn 2013 mit dem Nobelpreis in Chemie auszeichnete, wie derStandard.at berichtete.
Trotz seiner herausragenden Leistungen in der Wissenschaft blieb Karplus seiner reservierten Beziehung zu Österreich treu. Er empfand die späteren Annäherungsversuche des Landes als "ein wenig spät", schätzte jedoch die Einladungen und Ehrungen als Schritte zur Versöhnung. Neben seiner Karriere als Wissenschaftler war Karplus auch ein leidenschaftlicher Fotograf und Koch, der in Drei-Sterne-Michelin-Restaurants in Frankreich und Spanien tätig war. Seine Fotografien erlangten internationale Anerkennung und wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Dies wurde in einer Mitteilung der Harvard University gewürdigt, in der sein vielseitiges Talent und die Bedeutung seiner Arbeit hervorgehoben wurden, so die Kleine Zeitung.
In seiner Lebensgeschichte spiegelt sich nicht nur eine Reise der Flucht und des Aufstiegs wider, sondern auch das Streben nach Wissen und der Einfluss auf Generationen von Wissenschaftlern und Künstlern. Martin Karplus' Beitrag zur modernen Wissenschaft und seine Leidenschaft für die Künste werden lange in Erinnerung bleiben.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung