Die Stadtgemeinde Wolfsberg ehrte in einer feierlichen Zeremonie die engagierte Adele Lassenberger mit der Ehrennadel in Gold, eine Auszeichnung, die ihr jahrzehntelanges Engagement für Kinder und Familien sowie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt würdigt. Der Antrag zur Verleihung wurde von den Grünen Wolfsberg, vertreten durch Gemeinderat Michael Hirzbauer, eingebracht. Die Übergabe fand im Beisein der Stadtregierung und Weggefährten im Sitzungssaal des Gemeinderats statt. Bürgermeister Alexander Radl betonte in seiner Ansprache die Verantwortung und das beispielhafte Engagement von Lassenberger.
Adele Lassenberger, die seit 1986 in St. Stefan bei Wolfsberg lebt und zwei erwachsene Kinder hat, hat sich in vielfältiger Weise für das Wohl von Kindern und Familien eingesetzt. Sie war maßgeblich am Aufbau der elternverwalteten Kindergruppe EKI Wolfsberg in den Jahren 1989/1990 beteiligt und engagierte sich daraufhin in der Frauen- und Familienberatung sowie in der Aktivgruppe Wolfsberg. Ihre berufliche Laufbahn als klinische Psychologin beim Psychologisch-Psychotherapeutischen Dienst der AVS erstreckte sich von 1992 bis 2008, und auch als fachliche Leiterin der AVS-Tagesmütter Kärnten von 1999 bis 2005 nahm sie erheblichen Einfluss auf die Betreuung und Förderung von Kindern.
Langjähriges Engagement im Kinderschutzzentrum
Ein bedeutender Teil von Lassenbergers Wirken ist ihre lange Leitung des Kinderschutzzentrums DELFI Wolfsberg, welches sie 2008 gründete und seitdem führt. Das Zentrum feierte im Vorjahr sein Zehn-Jahr-Jubiläum, und im November wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Im Rahmen eingeladener Feierlichkeiten wurden gleichzeitig 30 Jahre Gewaltverbot in der Erziehung und 30 Jahre Kinderrechtskonvention gewürdigt. In einer aktuellen Studie wurde jedoch festgestellt, dass über 50% der Eltern in der Erziehung nach wie vor Körperstrafen anwenden, was auf ein tiefes gesellschaftliches Problem hindeutet.
Das Kinderschutzzentrum „Delfi“ bietet Elternberatung zur Unterstützung einer gewaltfreien Erziehung an und hat sich schnell zu einer wichtigen Anlaufstelle für Opferschutz entwickelt. Die größte Herausforderung besteht darin, psychische Gewalt gegen Kinder zu verhindern, sowie Unterstützung für Familien in Krisensituationen zu leisten. Auch Fälle, in denen Eltern nicht erreichbar sind oder den Kindern nicht glauben, stellen für die Einrichtung eine große Herausforderung dar.
Beruflicher Werdegang und persönliche Motivationen
Adele Lassenberger hat Psychologie in Wien und Salzburg studiert und sich in Elternbildung sowie Geburtsvorbereitung weitergebildet. Ihre berufliche Laufbahn führte sie über die Arbeit beim AVS zur Gründung des Kinderschutzzentrums. Seit 2011 ist sie außerdem Vorsitzende des Bundesverbands der Österreichischen Kinderschutzzentren, der insgesamt 30 Einrichtungen in ganz Österreich unterstützt. Lassenberger hob in Ihren Gesprächen stets die Bedeutung von Zugewandtheit und Interesse der Eltern für die gesunde Entwicklung ihrer Kinder hervor. Sie selbst schöpft aus persönlichen Erfahrungen und hat gelernt, dass Unterstützung und Förderung entscheidend für das Wohl und die Entwicklung junger Menschen sind.
Für ihre engagierte Arbeit wurde Adel Lassenberger mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet, die ihr nicht nur für ihre bisherigen Verdienste überreicht wurde, sondern auch als Anerkennung für ihren unermüdlichen Einsatz für kommende Generationen dient.
Für weitere Informationen und Unterstützung im Bereich Ehrenamt, insbesondere für Kinder und Jugendliche, können Interessierte die Seite Ehrenamt Bayern besuchen.