Die zunehmenden Unfälle und Probleme im Zusammenhang mit E-Scootern sorgen für Besorgnis unter Verkehrsexperten und Behörden. Verkehrslandesrat Günther Steinkellner erklärte, dass die Delikte unter E-Scooter-Fahrern in Oberösterreich stark angestiegen sind. Die Anzeigen wegen Alkohol am Steuer sind von 101 auf 170 innerhalb eines Jahres gestiegen, während Drogenvergehen im selben Zeitraum von 37 auf 127 Fälle anstiegen. Steinkellner warnte eindringlich davor, dass E-Scooter-Fahrer die Gefahren ihrer Fortbewegungsart häufig unterschätzen und die gleichen Vorschriften wie andere Verkehrsteilnehmer einhalten müssen.

Die Statistiken zeigen alarmierende Entwicklungen: Im ersten Halbjahr 2025 verletzten sich 1.125 E-Scooter-Nutzer, was einem Anstieg von 31 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwei Menschen starben bei Unfällen mit E-Scootern. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Verunglückten in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen, die sich verdoppelt hat. Zudem tragen nur 7 % der E-Scooter-Fahrer einen Helm, während etwa 15 % unter dem Einfluss von Alkohol standen. Die Gesamtzahl der Verkehrstoten in Österreich stieg im ersten Halbjahr 2025 auf 170, was einem Anstieg von fast 25 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der verunglückten Radfahrer hat einen Höchststand von 30 Todesopfern erreicht.

Unfallstatistiken und Ursachen

Wie Tagesschau berichtet, gab es 2024 insgesamt 12.000 registrierte E-Scooter-Unfälle, was einem Anstieg von 27 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bei diesen Unfällen starben 27 Personen, alle von ihnen waren selbst auf einem E-Scooter unterwegs. Rund 1.500 Menschen wurden im selben Jahr schwer verletzt, während etwa 11.400 leichte Verletzungen zu beklagen waren. E-Scooter-Unfälle machen 4 % der insgesamt 290.700 Verkehrsunfälle mit Personenschäden aus.

Die häufigsten Ursachen für E-Scooter-Unfälle sind falsche Nutzung der Fahrbahnen oder Gehwege (21 %) und Alkohol am Steuer (12 %). Bemerkenswert ist, dass fast 50 % der verunglückten E-Scooter-Fahrer unter 25 Jahre alt sind. E-Scooter, die gemietet werden, sind oft mit einem höheren Risiko verbunden, da Nutzer dieser Fahrzeuge häufig jüngeren Alters sind, in ihrer Freizeit fahren, oft ohne Helm und auf Gehwegen unterwegs sind. Laut der Untersuchung von Steiger-Stiftung sind etwa 45 % der Schwerverletzten und Getöteten auf Alleinunfälle zurückzuführen, bei denen Alkohol eine Rolle spielte.

Sicherheitsmaßnahmen und Reformvorschläge

Die Untersuchung der Steiger-Stiftung zeigt auch, dass viele E-Scooter-Unfälle durch den Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug verursacht werden, was häufig auf kleine Reifen (Acht-Zoll-Größe) zurückzuführen ist. Es wird empfohlen, die Radgröße auf mindestens 10 Zoll zu erhöhen, um die Sicherheit zu verbessern. Abbiegeunfälle könnten durch getrennte Ampelphasen und verbesserte Sichtachsen verringert werden. Zudem gibt es Vorschläge, einen Nachweis über die Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung, wie eine Mofa-Prüfbescheinigung oder einen Führerschein AM, einzuführen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass E-Scooter-Fahrer mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert sind, die eine dringende Aufmerksamkeit und Reform erfordern. Verkehrsexperten fordern verstärkte Polizeikontrollen und eine umfassende Diskussion über die Sicherheit im Straßenverkehr. Angesichts der gestiegenen Unfallzahlen und der immer häufigeren Meldungen über Delikte ist es unabdingbar, dass alle Verkehrsteilnehmer, einschließlich E-Scooter-Fahrer, verantwortungsbewusst handeln und die geltenden Sicherheitsvorschriften beachten.