In Wien steht der Bezirk Mariahilf im Mittelpunkt eines alarmierenden Berichts über die eskalierende Drogenproblematik. Laut Angaben von exxpress.at leben die Anwohner zunehmend in einem durch Verwahrlosung geprägten Umfeld. Es wurden fast 16 Suchtmitteldelikte pro 1.000 Einwohner registriert, was eine der höchsten Raten in der Stadt darstellt.
Statistiken zeigen, dass in jedem durchschnittlichen Wohnhaus im Bezirk Mariahilf die Polizei mehrmals pro Jahr wegen Drogendelikten eingreifen muss. Lediglich die Innere Stadt weist eine höhere Deliktsrate auf, die aufgrund von Tourismus und der geringen Einwohnerzahl schwer vergleichbar ist. Im Vergleich zu anderen Bezirken, wie Neubau mit weniger als 5 und Wieden mit nur 3 Drogendelikten pro 1.000 Einwohner, sticht Mariahilf mit einer über dreimal so hohen Deliktsrate heraus. Der bevölkerungsreichste Bezirk Favoriten kommt auf 9 Delikte pro 1.000 Einwohner.
Drogensituation und ihre Folgen
Die winterlichen Monate verschärfen die Situation; viele suchtkranke Menschen suchen Zuflucht in Stiegenhäusern und Kellern. Die Anwohner berichten von Einbrüchen, aufgebrochenen Türen und eingeschlagenen Fenstern. Hinterlassen werden Blutspuren, Fäkalien, Erbrochenes und Spritzbesteck, selbst in Bereichen, wo Kinderwagen und Fahrräder abgestellt werden. Die Kosten für Reinigung und Reparaturen müssen die betroffenen Bewohner selbst tragen, was in einem Wohnhaus im Jahr 2024 zu über 15.000 Euro führte.
Zusätzliche Erkenntnisse in Bezug auf die Drogenproblematik in Österreich stammen aus einem Epidemiologischen Suchtsurvey. Laut datenportal.bundesdrogenbeauftragter.de sind die Erhebungen auf Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren ausgelegt. Besonders besorgniserregend ist der Missbrauch von opioidhaltigen Schmerzmitteln sowie Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Stimulanzien wie Kokain und Amphetamin tragen ebenfalls zur Drogenproblematik bei.
Totalität der drogenbedingten Folgen
Im Jahr 2023 wurden in Österreich insgesamt 256 Drogentote registriert, wovon mehr als ein Drittel – konkret 101 – aus Wien stammten. Die drogenbezogene Sterberate betrug dabei 4,3 pro 100.000 Einwohner, was darauf hinweist, dass die Drogensituation in der Hauptstadt besonders dramatisch ist, wie statista.com berichtet.
Österreich liegt bezüglich des Umgangs mit illegalen Drogen im unteren Mittelfeld. Cannabisprodukte und Opiate gelten als Suchtgifte und unterliegen strengen Kontrollmaßnahmen. Besonders auffällig ist, dass jüngere Menschen häufiger Cannabis konsumieren, während Männer insgesamt eine höhere Konsumprävalenz aufweisen.
Die Drogenproblematik hat auch Auswirkungen auf das Gesundheitswesen: Im Jahr 2023 verzeichnete Österreich mit 21.116 Personen in Substitutionsbehandlungen einen Rekordwert. Die meisten dieser Behandlungen entfielen auf Wien, was die Dringlichkeit von effektiven Lösungen unterstreicht.
Martina Hammerer, die ÖVP-Mariahilf-Frauenchefin, hat die Untätigkeit der Stadt kritisiert und die Vergleiche zu Orten mit geringerem Drogenaufkommen angestellt, wo Alkoholverbote als Erfolge gefeiert werden. Die Notwendigkeit für Maßnahmen zur Bekämpfung dieser wachsenden Problematik ist daher unbestritten.