Die Pfarre Maria im Dorn in Feldkirchen ist erneut Ziel von Vandalismus geworden. Dies ist bereits der dritte Vorfall dieser Art. Laut Berichten von Klick Kärnten wurde die Kirche am Montag in einem verwüsteten Zustand vorgefunden. Kurz zuvor fand ein Familiengottesdienst statt, bei dem Erstkommunionkinder und Firmlinge selbst gestaltete Schafe präsentierten. Dieser friedliche Moment wurde scharf kontrastiert durch die Zerstörung, die in den Folgestunden stattfand.

Die Schäden sind erheblich: Zerstörte Bastelarbeiten, beschädigte Kirchenbänke, heruntergerissene Blumen, Glasscherben sowie ein mit Weihwasser übergossenes Klavier wurden entdeckt. Auch die Tonanlage der Kirche ist nicht mehr funktionstüchtig. Pfarrgemeinderat Otto Hoffmann äußerte sich bestürzt über die Vorfälle und sah in diesen eine Handlung, die mit „Hass und Gewalt“ verbunden sei, wie die Pfarre selbst erklärte.

Ermittlungen und Ausschreitungen

Die Kirchengemeinde ruft alle Betroffenen des Urnenhauses und der angrenzenden Gräber auf, sich umgehend bei der Polizei Feldkirchen zu melden. Eine Anzeige wurde bereits erstattet, und die Ermittlungen laufen. Die Polizei vermutet, dass die Zerstörung von einer Einzelperson ausgegangen ist und nicht das Ergebnis eines Jugendstreichs war.

Diese Vorfälle kommen nicht überraschend, wenn man die allgemeine Tendenz in Österreich betrachtet. Berichten von Kath.net zufolge registrierte das österreichische Innenministerium im Jahr 2024 insgesamt 63 religiös motivierte Sachbeschädigungen an Sakralbauten, von denen 50 an christlichen Einrichtungen verübt wurden. Auch körperliche Angriffe und Drohungen mit christenfeindlichem Hintergrund nehmen zu, was OIDAC Europe dazu veranlasst, mehr Schutz für christliche Gemeinden zu fordern.

Gesellschaftlicher Kontext

Der Konflikt ist nicht nur lokal, sondern hat auch größere gesellschaftliche Dimensionen. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 6.786 vorurteilsmotivierte Straftaten erfasst, was einen Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Das häufigste Tatmotiv ist die Weltanschauung, gefolgt von nationaler Herkunft und Religion.

In einem Land, das im europäischen Vergleich eine hohe Dichte an Hate Crimes aufweist, wird der Schutz von Kirchen und religiösen Gemeinschaften zunehmend zu einem Thema von öffentlichem Interesse. Der Bericht zur Hasskriminalität zeigt die Notwendigkeit gezielter Präventionsmaßnahmen, insbesondere für gefährdete Gruppen und spezifische Gemeinschaften.

Die Geschehnisse in Feldkirchen sind somit nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegeln auch einen besorgniserregenden Trend wider, der in vielen Teilen Europas zu beobachten ist. Die Pfarre Maria im Dorn sucht nun nach Wegen, um ihre Gemeinde in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und den Frieden innerhalb der Gemeinschaft zu wahren.