Venezuela befindet sich weiterhin in einer kritischen Lage, die geprägt ist von einem angespannten Klima, insbesondere in der Hauptstadt Caracas. Laut ots.at zeigt sich die Bevölkerung zwischen Hoffnung und Angst zerrissen, insbesondere nach der Verhaftung von Präsident Nicolás Maduro. Patrouillen der paramilitärischen Gruppen, den Colectivos, verstärken das Gefühl der Unsicherheit unter den Bürgern. Wolfgang Wedan, der Globale Nothilfe-Koordinator von Jugend Eine Welt, berichtet von seinen Erfahrungen aus der Region und betont den dringenden Bedarf an humanitärer Hilfe.

Wedan, der aus Sicherheitsgründen seit drei Monaten in Österreich ist, betreut von dort aus die Hilfsmaßnahmen in Venezuela. Sein täglicher Austausch mit Projektpartnern, insbesondere den Salesianern Don Boscos, zeigt die Notwendigkeit, umgehend Spenden für Nahrungsmittelpakete für die ärmsten Bevölkerungsschichten zu sammeln. Viele Geschäfte sind aufgrund von Hamsterkäufen entweder leer oder geschlossen, was zu einer dramatischen Nahrungsknappheit führt.

Humanitäre Situation verschärft sich

Die Situation in Venezuela ist das Resultat einer tiefen politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krise, die sich seit der Präsidentschaft von Hugo Chávez zu einer autokratischen Herrschaft unter Maduro gewandelt hat. Die sozioökonomischen Probleme sind alarmierend: Von 2013 bis 2020 sank das BIP pro Kopf um mehr als 80%. Im Jahr 2021 galten 90% der Bevölkerung als arm und 68% lebten in extremer Armut. Zudem waren 2024 17% der Venezolaner unterernährt, während 7 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigten, so die Berichte von bpb.de.

Die Verhältnisse haben viele Venezolaner dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Laut Schätzungen sind über 8 Millionen Menschen aus Venezuela geflohen, was diese Fluchtbewegung zur größten in der Geschichte Lateinamerikas macht. Viele Venezolaner suchen nach einem besseren Leben in Nachbarländern, insbesondere in Kolumbien und Peru. Diese Migration wird zunehmend als Überlebensstrategie betrachtet, da die Lebensumstände in Venezuela weiterhin prekär sind – rund die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu drei Mahlzeiten am Tag und leidet unter unzureichendem Wohnraum.

Zukünftige Herausforderungen und internationale Hilfe

Die gegenwärtige Krise könnte zu einem weiteren Flüchtlingsstrom führen, insbesondere in Richtung Kolumbien, während viele Familienmitglieder versuchen, die zurückbehaltenen Kinder bei Verwandten unterzubringen. Diese Situation führt nicht nur zu Überforderung, sondern bringt auch ernsthafte Probleme wie Kinder-Prostitution mit sich. Um dieser verheerenden Lage entgegenzuwirken, werden unter anderem Notschlafstellen für Kinder geplant.

Die internationale Gemeinschaft ist gefordert, um den Venezolanern zu helfen. Ihre Gastländer in der Region, die Venezolaner großzügig aufgenommen haben, stehen vor enormen Herausforderungen, da sie zugleich Unterstützung zur Registrierung und rechtlichen Anerkennung der Flüchtlinge benötigen. Dies erfordert jedoch erhebliche finanzielle Mittel, um Zugang zu Grundbedürfnissen sicherzustellen, wie die UNO-Flüchtlingshilfe feststellt.

Zusammenfassend ist die Lage in Venezuela, trotz einer leichten wirtschaftlichen Erholung, nach wie vor als äußerst kritisch einzustufen. Der Aufruf zur Unterstützung der Nothilfe ist nun dringlicher denn je, um den Menschen, die in einer ständigen Krise leben, eine Perspektive zu bieten.