Das US-Justizministerium hat heute einen umfassenden Satz von mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten zur Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche kündigte die Freigabe an, die mehr als 2.000 Videos und 180.000 Fotos umfasst. Diese Veröffentlichung kommt nicht nur zu einem späten Zeitpunkt, sondern war auch gesetzlich überfällig, da die Akten bis zum 19. Dezember hätten veröffentlicht werden müssen, wie aus den Bestimmungen des US-Kongressgesetzes hervorgeht. Bisher war nur ein geringer Teil dieser Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
Die neuen Akten enthalten zahlreiche geschwärzte Passagen, um die Identität der Opfer zu schützen. Laut Berichten des Ministeriums wurden auch persönliche Daten entfernt, um deren Privatsphäre nicht zu gefährden. Dennoch gibt es in den Dokumenten Hinweise auf pornografisches Material, das Epstein besessen hat, jedoch nicht selbst aufgenommen hat. Besonders kritisch wird berichtet, dass Material mit Kindern sowie alles, was Ermittlungen behindern könnte, zurückgehalten wurde, um die Ermordung der Ermittlungen nicht zu gefährden.
Hintergrund des Falls Epstein
Jeffrey Epstein betrieb über Jahre einen weitreichenden Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er starb 2019 im Gefängnis, bevor eine mögliche Verurteilung stattfinden konnte. Diese tragischen Umstände werfen einen Schatten auf die Ermittlungen und die darauf folgende Veröffentlichung der Dokumente, insbesondere da Epstein Kontakte zur High Society pflegte. Dies hat Spekulationen über mögliche prominente Persönlichkeiten, die in seine Machenschaften verwickelt waren, neu entfacht.
Blanche rechtfertigte die verspätete Veröffentlichung, indem er erklärte, dass nur relevantes Material freigegeben wurde. Es gab bereits Ende Dezember Berichte, dass eine Million neue Dokumente in Verbindung mit dem Skandal aufgetaucht waren. Der Druck, diese Informationen zu veröffentlichen, wurde auch durch Widerstand des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verstärkt, der sich gegen die gesetzlich angeordnete Veröffentlichung wehrte.
Die Enthüllungen und Dokumente werden zweifellos weitergehende Fragen über die von Epstein geschaffenen Netzwerke und die Verstrickung hochrangiger Persönlichkeiten aufwerfen. Dies bleibt ein Thema von drängender Relevanz und wird die öffentliche Diskussion über sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch im Rahmen des Justizsystems fortsetzen.