Ein tragischer Vorfall in einem Wiener Szene-Club, der als sicherer Ort für die homosexuelle Community beworben wird, hat in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 4. Oktobers, als eine Sexparty im vierten Wiener Bezirk plötzlich in einem schweren Missverständnis endete. Laut exxpress.at brach ein Mann Mitte 40 nach massivem Drogenkonsum regungslos zusammen, was die feiernden Gäste nicht davon abhielt, weiter zu feiern.

Der beschuldigte Barkeeper soll, anstatt dem hilflosen Mann zu helfen, sich an ihm vergangen haben. Überwachungsvideos und Zeugenaussagen belasten die Täter. Nach dem Zusammenbruch wurde fast eine Stunde lang keine medizinische Hilfe gerufen. Der Barkeeper brachte nur Wasser und Kaffee, bevor er schließlich einen Notruf absetzte, nachdem er einen weiteren Bekannten eingeladen hatte. Leider kam für das Opfer jede Hilfe zu spät.

Hintergrund und Drogenkonsum

Drohender Drogenkonsum in solchen Veranstaltungen ist in Österreich ein ernstes Thema. Im Jahr 2023 wurden landesweit 256 Drogentote registriert, wobei Wien mit 101 Fällen an der Spitze steht. Der Konsum von Substanzen wie Alkohol, Kokain und „Poppers“ ist vor allem in diesem Milieu verbreitet. Laut Statista haben rund 3,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung im Leben bereits Kokain konsumiert, und die Zahl der Personen in Substitutionsbehandlung hat mit 21.116 einen Rekordwert erreicht.

Ein weiterer Fall, der die Drogenproblematik beleuchtet, betrifft Josef S., einen 79-jährigen gebürtigen Niederösterreicher, der vor dem Wiener Landesgericht steht. Er wird des Drogenhandels beschuldigt und gestand, Suchtmittel auf selbst veranstalteten Sex-Partys in seiner Wohnung in Meidling verschenkt zu haben. Die bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Drogen umfassten diverse Substanzen, unter anderem Kokain und gefälschte Potenzpillen. Die Drogen wurden aus Ungarn nach Österreich geschmuggelt, was einen weiteren besorgniserregenden Aspekt der Drogenproblematik in der Region aufzeigt, wie oe24.at berichtet.

Während sich die Strafen für solche Vergehen verschärfen und bis zu fünf Jahre Haft betragen können, bleibt die Frage nach den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zu solchen Vorfällen führen, dringend. Gerade in Verbindung mit der hohen Zahl von Drogenkonsumenten, die oft im Verborgenen agieren, ist der Bedarf an Präventivmaßnahmen und Aufklärung über den Umgang mit Drogen in Österreich offensichtlich.