Digitalisierung der Verteilnetze im DACH-Raum: Stillstand oder Aufbruch?

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Studie zeigt stagnierende Digitalisierung und Automatisierung der Verteilnetze im DACH-Raum; interne Hürden bremsen Fortschritt.

Studie zeigt stagnierende Digitalisierung und Automatisierung der Verteilnetze im DACH-Raum; interne Hürden bremsen Fortschritt.
Studie zeigt stagnierende Digitalisierung und Automatisierung der Verteilnetze im DACH-Raum; interne Hürden bremsen Fortschritt.

Digitalisierung der Verteilnetze im DACH-Raum: Stillstand oder Aufbruch?

Die Digitalisierung und Automatisierung der Energieinfrastruktur im DACH-Raum zeigt alarmierende Fortschritte, wie die aktuelle Studie „Digital Grid Insights“ von envelio GmbH und energate GmbH aufzeigt. Laut der Untersuchung leidet die Branche unter starker Stagnation und unzureichender Umsetzung regulatorischer Vorgaben, was den notwendigen Fortschritt behindert. Diese Erkenntnisse stammen aus einer Befragung von 130 Fach- und Führungskräften bei Verteilnetzbetreibern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Ergebnisse belegen, dass interne Faktoren wie fehlendes Know-how und Zweifel an der IT-Sicherheit eine entscheidende Rolle bei der langsamen Transformation spielen. [oekonews.at] berichtet, dass die Digitalisierung stagniert und die Automatisierung nur schleppend vorankommt.

Die Umsetzung der regulatorischen Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) ist ebenfalls unzureichend. So haben lediglich 4 % der deutschen Verteilnetzbetreiber § 14a vollständig umgesetzt, 9 % erfüllen § 12 und 11 % die Vorgaben des § 9 EEG vollständig. Diese niedrigen Zahlen verdeutlichen, dass der Anpassungsdruck auf die Netzbetreiber weiter steigt. Es zeigt sich zudem, dass weniger als 10 % der Netzbetreiber weitgehend automatisiert sind und weniger als die Hälfte ein digitales Abbild ihrer Netze, also einen digitalen Zwilling, zur Verfügung hat.

Herausforderungen in der Digitalisierung

Besonders im Niederspannungsnetz zeigt sich ein Mangel an Transparenz und Datenintegration, was die digitale Transformation zusätzlich erschwert. Wie [ennrgate.de] feststellt, sind rund 72 % der deutschen Netzbetreiber zwar im Umgang mit künstlicher Intelligenz aktiv, nutzen diese Technologie jedoch häufig nur in Pilot- oder Analyseprojekten. Eine systematische Einbindung in operative Steuerungsprozesse ist bislang noch nicht erfolgt.

Zusätzlich stellt die zunehmende Komplexität der Energieinfrastruktur durch den Ausbau erneuerbarer Energien eine neue Herausforderung für die Netzbetreiber dar. Die dezentrale und volatilere Stromversorgung sowie neue Lastspitzen, beispielsweise durch private Ladepunkte und Wärmepumpen, erhöhen den Druck auf die Digitalisierung der Verteilnetze. Trotz der erkannten Dringlichkeit plant die Mehrheit der Netzbetreiber, regulatorische Vorgaben in naher Zukunft umzusetzen, was eine positive Entwicklung darstellt, jedoch noch nicht den aktuellen Stand widerspiegelt.

Fazit und Ausblick

Die Erkenntnisse dieser Studie zeigen, dass die Branche die Bedeutung von Digitalisierung und Automatisierung für den Netzbetrieb und dessen Planung zunehmend anerkennt. Dr. Simon Koopmann, CEO von envelio, hebt hervor, dass Transparenz und Automatisierung unerlässlich für die Energiewende sind. Martin Schraa von energate ergänzt, dass die Digitalisierung eine kontinuierliche Aufgabe darstellt, die neue Prozesse erfordert. Der Weg zur digitalen Transformation bleibt jedoch steinig, und es bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv die Netzbetreiber diese Herausforderungen angehen werden. [solarserver.de] unterstreicht, dass der Handlungsbedarf dringend ist, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten.