Am 29. März 2026 erhebt die Schauspielerin Collien Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Diese Vorwürfe beziehen sich auf das Erstellen und die Verbreitung gefälschter, KI-generierter pornografischer Aufnahmen von Fernandes. Der Fall hat nicht nur in Deutschland, sondern auch international für Empörung gesorgt, nachdem Fernandes Anzeige gegen Ulmen erstattet hat und dieser die Vorwürfe über seinen Anwalt bestreitet.Kleine Zeitung berichtet, dass Ministerinnen wie Sporrer und Holzleitner in diesem Zusammenhang den Austausch mit Vertreterinnen einer Initiative gegen digitale Gewalt suchen. Diese Initiative hat einen Forderungskatalog erarbeitet, der bereits die Unterstützung von über 250 prominenten Frauen aus Deutschland und Österreich gefunden hat.
Die Themen der Initiative umfassen die strafrechtliche Verfolgung sexualisierter Deepfakes und das Konsensprinzip „Nur Ja heißt Ja“. Sporrer hebt die Dringlichkeit hervor, der missbräuchlichen Nutzung von Deepfakes entgegenzutreten. „Österreich arbeitet an der klaren Sanktionierung der Erstellung und Verbreitung solcher Inhalte“, betont Sporrer.
Strukturen und Herausforderungen
Die Ministerin Holzleitner bezeichnet digitale Gewalt als ein strukturelles Problem, das alle Gesellschaftsschichten betrifft. Um dem entgegenzuwirken, hat Sporrer einen Rechtsvergleich in Auftrag gegeben, um die rechtlichen Rahmenbedingungen in der EU zu analysieren, insbesondere in Ländern wie Deutschland und Spanien. Derzeit setzt Österreich zudem auf EU-Ebene Maßnahmen um, die nicht einvernehmliche Manipulation von sexuellem Material unter Strafe stellen sollen.
Zusätzlich wird im Justizministerium geprüft, ob eine ausdrückliche Erfassung von Deepfakes in bestehenden Bestimmungen notwendig ist. Betroffene haben die Möglichkeit, gegen Deepfakes vorzugehen, indem sie Beweise sichern und Anzeige erstatten. Hierbei stehen ihnen zivilrechtliche Möglichkeiten zur Verfügung, wie etwa Unterlassungs- und Löschungsansprüche gemäß Urheberrechtsgesetz, sowie strafrechtliche Optionen, die Deepfakes unter Cybermobbing, sexuelle Belästigung und gefährliche Drohung einordnen.MDR ergänzt, dass viele Betroffene unzufrieden mit der Arbeit der Ermittlungsbehörden sind und sich oft nicht ernst genommen fühlen.
Ausblick auf gesetzliche Maßnahmen
In Deutschland wird ein Gesetz gegen digitale Gewalt von der Bundesregierung vorbereitet. Justizministerin Stefanie Hubig plant, noch im Frühjahr 2026 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die schnellere Entfernung herabwürdigender Bilder sowie die wirksame Bestrafung von Tätern zum Ziel hat.ZDF heute erläutert, dass digitale Gewalt Belästigung, Bedrohung oder Missbrauch durch digitale Technologien umfasst. Zu den Beispielen gehören Doxxing, unerwünschte sexuelle Nachrichten, Deepfakes und Cyberstalking.
Die geplanten Gesetzesänderungen zielen darauf ab, bestehende Schutzlücken im Strafrecht zu schließen. Während die aktuellen Gesetze Strafen für voyeuristische Aufnahmen vorsehen, gibt es noch unzureichende Regelungen für digitale Formen der Gewalt. Vorschläge beinhalten unter anderem neue Regelungen zum Umgang mit pornografischen Deepfakes und die Speicherung von IP-Adressen für drei Monate, um Online-Kriminalität besser verfolgen zu können.
Die Diskussion um Klarnamenpflicht und Vorratsdatenspeicherung bringt jedoch auch Bedenken mit sich, da diese Maßnahmen massive Eingriffe in die Grundrechte darstellen können. Opfern digitaler Gewalt wird zudem geraten, Beratungsstellen aufzusuchen, die auf diese speziellen Herausforderungen spezialisiert sind und hochwertige Unterstützung bieten können.





