Ein grundlegender Wandel steht bevor: Der österreichische Dartverband (ÖDV) hat ein rigoroses Alkoholverbot für Spielerinnen und Spieler bei Spitzensportveranstaltungen beschlossen. Diese Regelung tritt sofort in Kraft und betrifft zunächst die Austrian Championships und die Austrian Masters. Ab der Saison 2027/28 wird das Verbot auch für die Bundesliga gelten. Ein klarer Verstoß gegen diese Bestimmung, wie das Konsumieren von Alkohol vor und während der Spiele, wird ab sofort mit Disqualifikation geahndet, wenn bei entsprechenden Kontrollen ein Wert von 0,0 Promille überschritten wird.
ÖDV-Präsident Dietmar Schuhmann bezeichnete die Maßnahme als „mutig“ und betont, dass sie für die Entwicklung vom Breitensport zum Spitzensport von großer Bedeutung sei. Mit diesem Schritt nimmt der ÖDV eine Vorreiterrolle ein und setzt damit internationale Standards, die möglicherweise auch in anderen Ländern Nachahmer finden könnte. Laut Krone, wurden die neuen Regeln bei der ÖDV-Länderkonferenz in Uttendorf mit einer deutlichen Mehrheit beschlossen.
Regeln und Konsequenzen
Das Alkoholverbot umfasst alle Kategorien und Klassen von Darts-Wettkämpfen in Österreich. Kontrollen werden durchgeführt, und die Verantwortlichen möchten sicherstellen, dass die Regeln konsequent eingehalten werden. Ein Wert über 0,0 Promille führt nicht nur zur Disqualifikation, sondern möglicherweise auch zu weiteren disziplinarischen Maßnahmen gegen die betroffenen Spieler. Dies zeigt, dass der ÖDV ernsthafte Schritte unternimmt, um den professionellen Standard im Dartsport anzuheben.
Das Thema Alkohol in Verbindung mit Darts ist allerdings nicht neu. In der internationalen Darts-Szene wird Alkohol oft in großen Mengen konsumiert, insbesondere von Zuschauern. Während in der Vergangenheit Alkohol unter Spielern verbreitet war und zum Wettkampf gehörte, zeigt die Entscheidung des ÖDV, dass sich der Dartsport zu einem ernstzunehmenden Wettkampf entwickelt. Die Professional Darts Corporation (PDC), die den Dartsport professionalisierte, hat ebenfalls klargestellt, dass übermäßiger Alkoholkonsum unter den Spitzenathleten kein Thema sei, da entsprechende Spieler bestraft werden können.
Ausblick auf die Zukunft
Der Deutsche Dart-Verband plant ähnliche Maßnahmen, darunter die Einführung von Promillegrenzen und stichprobenartigen Kontrollen ab August 2024. Während die PDC keine Alkoholkontrollen bei der Darts-WM durchführt, wird in Deutschland darüber nachgedacht, konkretere Maßnahmen zu ergreifen, um verantwortungsvollen Alkoholkonsum zu fördern. Der Austausch mit anderen Verbänden und der Nationalen Anti-Doping-Behörde (Nada) zeigt, dass der Dartsport in Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen steht, wie sie jetzt in Österreich angegangen werden.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Alkohol seit 2018 nicht mehr auf der Dopingliste führt, erscheint die Entscheidung des ÖDV als notwendiger Schritt, um die Integrität und das Ansehen des Dartsports zu wahren. Es bleibt abzuwarten, ob andere Länder und Verbände dem Beispiel Österreichs folgen werden.
Der ÖDV geht mit gutem Beispiel voran – wie oe24 berichtet, ist dieses Verbot nicht nur eine Reaktion auf die Veränderungen im Sport, sondern auch eine Möglichkeit, den Fokus auf Leistung und Professionalität zu lenken. Die Zukunft des Dartsports könnte somit eine neue, nüchterne Richtung einschlagen.