Am 7. April 2026 hat Daniel Fellner die Position des neuen Landeshauptmanns von Kärnten übernommen, nachdem Peter Kaiser am 31. März 2026 von seinem Amt zurückgetreten ist. Während der Übergangszeit führt Gaby Schau­nig, die bisherige Landeshauptmann-Stellvertreterin, die Geschäfte, bis Fellner offiziell sein Amt antritt. Fellner wird die Landesregierung bis zur nächsten regulären Landtagswahl im März 2028 leiten, nachdem er die Wahl mit 22 von 34 abgegebenen Stimmen gewonnen hat. Sein Erfolg ist durch die klare Unterstützung der SPÖ-ÖVP-Koalition gesichert und es gab keine ungültigen Stimmen.

Fellner, ein erfahrener Politiker aus dem SPÖ-Apparat, hat zuvor seine Karriere im Roten Kreuz gestartet und ist seit 2018 Landesrat in der Regierung. Zuvor war er auch als SPÖ-Landesgeschäftsführer aktiv. Seine Wahl zum SPÖ-Landesparteichef im September 2025, wo er mit 96,39 Prozent der Stimmen gewählt wurde, unterstreicht seine Beliebtheit innerhalb der Partei. In der Landtagssitzung nach seiner Wahl sind zudem mehrere personelle Veränderungen zu beobachten, unter anderem die Ernennung von Marika Lagger-Pöllinger zur neuen SPÖ-Landesrätin.

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Herausforderungen und Erwartungen

Die Aufgabe, die Fellner nun übernommen hat, ist nicht leicht. Zum einen hinterlässt Peter Kaiser, der 13 Jahre lang als Landeshauptmann tätig war, einen bedeutenden politischen Fußabdruck. Kaisers politische Karriere, die 1981 als Vorsitzender der Kärntner Sozialistischen Jugend begann, ist geprägt von vielen Erfolgen, jedoch auch Herausforderungen. Er führte die SPÖ unter seiner Leitung in den Jahren 2013 und 2018 zur stimmenstärksten Partei, doch bei der letzten Landtagswahl 2023 fiel die SPÖ von 47 Prozent auf 38,9 Prozent zurück, was Fellner vor die Herausforderung stellt, die Wähler wieder zu mobilisieren.

Fellner selbst gilt als bodenständiger Praktiker, der sich auf zentrale Themen wie Gemeinden, Katastrophenschutz, Wasserwirtschaft, Bildung und Kindergärten fokussieren will. Seine strategische Herausforderung wird darin bestehen, eine klare politische Richtung für Kärnten vorzugeben, um die Wählerinteressen in den Vordergrund zu rücken und die Partei wieder zu stärken.

Der Erbe von Peter Kaiser

Peter Kaiser hat während seiner Amtszeit eine Reihe von Reformen initiiert. Er wurde am 28. März 2013 mit 30 von 36 Stimmen zum Landeshauptmann gewählt und hat seitdem eine prägende Rolle in der Kärntner Politik gespielt. Während seiner Zeit wurden einige strukturelle Reformen angestoßen, jedoch gab es auch kritische Stimmen, die ihm vorwarfen, die Verwaltung nicht genug optimiert und notwendige Umstrukturierungen zögerlich umgesetzt zu haben. Besonders in der sogenannten „Inseraten-Affäre“ sah er sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Darüber hinaus hat Kärnten derzeit mit einer hohen Pro-Kopf-Verschuldung von rund 7081 Euro zu kämpfen. Das Nettovermögen des Landes ist negativ und die jährlichen Defizite steigen. Diese wirtschaftlichen Herausforderungen stellen eine weitere Belastung für Fellner dar, der nun mit Rückhalt und Erfahrung, aber auch mit den Erwartungen der Bevölkerung konfrontiert ist. Die Frage bleibt, ob er mehr als nur ein verlässlicher Nachfolger sein kann und ob es ihm gelingt, einen nachhaltigen politischen Kurs für Kärnten zu etablieren.