Im WIFI Kärnten fand heute der Landeslehrlingswettbewerb der Dachdecker statt, bei dem zehn talentierte Lehrlinge ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellten. Die Veranstaltung erforderte von den Teilnehmern höchste Präzision, technisches Wissen und starke Nerven, da die Aufgabenstellungen unter Zeitdruck zu bewältigen waren. Eine fachkundige Jury beobachtete die Arbeiten, um sicherzustellen, dass Genauigkeit und Fachkenntnisse die entscheidenden Faktoren für die Platzierung sind. Die geforderten Aufgaben umfassten eine präzise Steinschindel-Eindeckung sowie Deckungen auf Steigungen, wobei kleinste Abweichungen zu Punktabzügen führen konnten. Der Landesmeister heißt Nikita Unterpirker von der MSGO Construct GmbH in Irschen, der sich somit für den Bundeslehrlingswettbewerb im Herbst qualifiziert hat.

In Kärnten werden derzeit 82 Lehrlinge im Dachdeckerhandwerk ausgebildet, und etwa 100 Betriebe sind in dieser Branche tätig. Dieser Wettbewerb ist nicht nur eine Plattform für aufstrebende Handwerker, sondern reflektiert auch die Relevanz des Handwerks in der Region.

Wettbewerb auf Bundesebene

Der Bundeswettbewerb der Dachdeckerverbandes, bekannt als Deutsche Meisterschaft, fand zuletzt im Lehrbauhof Großräschen in Brandenburg statt. Teilnehmer aus zwölf Bundesländern, darunter zehn Dachdecker und zwei Dachdeckerinnen, traten vergangenes Jahr an. Der Wettbewerb, der vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) ausgerichtet wird, enthält zwei Wettbewerbstage: Am ersten Tag absolvieren die Schüler eine Hauptarbeitsprobe, die mit Ziegel-, Schiefer- oder Metallkehlen oder auf Flachdach durchgeführt wird. Am zweiten Tag stehen zwei Gegenarbeitsproben auf dem Programm, um die umfassenden Fähigkeiten der Teilnehmer zu testen.

Auf diesem Wettbewerb konnte Valentin Bremer aus Hessen den Titel des Bundessiegers erringen, gefolgt von John Seltmann aus Sachsen auf dem zweiten Platz und Linus Esseln aus Rheinland-Pfalz, der den dritten Platz belegte. Jan Voges, der Vizepräsident des ZVDH, lobte das hohe Niveau der gezeigten Arbeiten, während Corina Reifenstein, Präsidentin der HWK Cottbus, die Bedeutung des Handwerks betonte. Interessanterweise stammt Nils Fuhlbrück, der den vierten Platz belegte, aus einem väterlichen Unternehmen und schätzte die Erfahrungen, die ihm der Wettbewerb bot.

Relevanz und Förderung des Handwerks

Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk findet jedes Jahr im September oder Oktober auf Landesebene sowie im November auf Bundesebene statt. Teilnahmeberechtigt sind Junggesellinnen und Junggesellen, die ihre Prüfung im laufenden Kalenderjahr mit der Note 2 oder besser bestanden haben und zu dem Zeitpunkt unter 27 Jahre alt sind. Um sich für die Wettbewerbe zu qualifizieren, müssen die Teilnehmer im praktischen Prüfungsteil mindestens 81 Punkte erreichen und im theoretischen Teil mindestens 67 Punkte. Landessieger haben die Möglichkeit, kostenlos am Bundeswettbewerb teilzunehmen. Der Auswahlprozess basiert auf den besten Leistungen ohne Rechtsanspruch, was die Fairness des Wettbewerbs sicherstellt.

Dachdecker spielen eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft, indem sie Experten für Klimaschutz und Energieeffizienz sind. Ihre Aufgaben reichen vom Dämmen von Gebäuden über die Installation von Photovoltaikanlagen bis hin zur komplexen Arbeit an Dächern. Diese Wettbewerbe sind nicht nur eine Prüfung von Fähigkeiten, sondern sie fördern auch die Sichtbarkeit und Anerkennung des Handwerks in der breiten Öffentlichkeit, was für die Branche von großer Bedeutung ist.

Für weitere Informationen über den Wettbewerb und die Ausbildung im Handwerk können Interessierte die Berichte von Klick Kärnten, HWK Cottbus und HWK OMV einsehen.