Am 27. Februar 2026 gab Bill Clinton die erste Aussage eines ehemaligen US-Präsidenten vor dem Kongress seit über 40 Jahren. Diese außergewöhnliche Anhörung fand in Chappaqua, New York, statt und war Teil der laufenden Untersuchungen des House Oversight and Government Reform Committee zu den Verbindungen von Clinton zu Jeffrey Epstein, einem verurteilten Sexualstraftäter. Clinton wies jegliche Mitwisserschaft an Epsteins Vergehen zurück und beteuerte, nie etwas von den kriminellen Aktivitäten des Mörders gewusst zu haben. „Ich sah nichts und tat nichts falsch“, erklärte Clinton während seiner Befragung, die mehr als sechs Stunden dauerte. Clinton betonte außerdem, dass er nicht mit Epsteins Flugzeug geflogen wäre, hätte er von den Verbrechen gewusst, und dass seine Bekanntschaft mit Epstein Jahre vor Bekanntwerden der Taten endete. Krone.at berichtet, dass er unter Eid ablegte, keine falschen Aussagen machen zu wollen und oft angab, sich nicht an bestimmte Ereignisse zu erinnern.
Die Aussage wurde durch die Veröffentlichung von drei Millionen Seiten an Dokumenten zu Epstein angeheizt, von denen viele jedoch noch versiegelt sind. Der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer wies auf die 17 Besuche von Epstein im Weißen Haus während Clintons Präsidentschaft hin und stellte fest, dass Clinton in den Jahren nach seiner Präsidentschaft 27 Mal mit Epsteins Privatflugzeug geflogen war. In einer weiteren Wendung der Ereignisse stritt auch Hillary Clinton, die ebenfalls vorgeladen wurde, während ihrer mehr als sechs Stunden dauernden Befragung jegliche Kenntnis über Epsteins Machenschaften ab und bezeichnete die Sitzung als „repetitiv“ und eine „Fischzüge-Expedition“. Die Demokraten forderten während einer Pause der Befragung sogar eine Aussage von Donald Trump über dessen vermeintliche Verbindungen zu Epstein. USA Today berichtet, dass die Clintons und die Gesetzgeber miteinander vereinbarten, die Einzelheiten ihrer Aussagen vertraulich zu behandeln, bis die vollständigen Transkripte veröffentlicht werden.
Die Verbindungen zu Epstein
In der Anhörung stellte Clinton klar, dass seine Frau Hillary „nichts mit Jeffrey Epstein“ zu tun hatte. Dennoch gibt es Fragen zur mutmaßlichen Rolle von Epstein im Umfeld der Clinton Foundation und der Clinton Global Initiative, die sich mit Themen wie Klimaschutz und Gesundheit befassen. Zudem verteidigte Bill Clinton während seiner Aussage Hillary Clinton gegen die Vorwürfe und betonte, dass sie in keiner Weise in die Angelegenheiten von Epstein verwickelt war.
Die Anhörung des ehemaligen Präsidenten kommt in einem Kontext, in dem die Demokraten eine mögliche Vorladung Donald Trumps in Betracht ziehen, sollte die Partei die Kontrolle über den Kongress zurückgewinnen. Trump, der selbst eine angespannte Beziehung zu Epstein pflegte, äußerte Bedauern über die Befragung von Clinton und behauptete, er sei selbst stärker unter Druck gesetzt worden. NBC News hebt hervor, dass Clinton während seiner Verteidigungen auch auf seine eigene Vergangenheit mit häuslicher Gewalt verwies und versicherte, dass er Epstein umgehend gemeldet hätte, wenn er von seinen Aktivitäten gewusst hätte.