Christina Obwexer, eine Paraski-Topathletin aus Matrei in Osttirol, tritt an den Paralympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo an. Die Spiele, die am 6. März 2023 in der Arena in Verona beginnen, sind für die 2023 zur Teilnahme qualifizierte Sportlerin von besonderer Bedeutung, da sie in ihrer Heimatregion stattfinden. Obwexer wird in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom der Frauen an den Start gehen, um ihr Können auf ihrem Monoski unter Beweis zu stellen. Nachdem sie im Februar 2023 einen Staatsmeistertitel errungen hat, rechnet sie mit steigenden Erwartungen und hofft, mehr als nur dabei zu sein, wie sie im Dolo Talk betont.
Die Geschichte von Christina ist von Durchhaltevermögen und unerschütterlichem Lebensmut geprägt. Seit ihrem 18. Lebensjahr ist sie querschnittgelähmt, nachdem sie 2004 einen schweren Autounfall hatte, der nicht nur ihr Leben veränderte, sondern auch vier weitere Personen verletzte. Trotz der Schwierigkeiten blieb der Skisport ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Ihr Vater brachte ihr während des Krankenhausaufenthalts Ideen zu einem Monoski-Kurs näher, den sie 2005 am Kaunertaler Gletscher absolvierte. In der Folge trat sie dem Skiverein „Snowclan“ bei, der sich auf Menschen mit körperlicher Behinderung spezialisiert hat. Dies führte zu ihrer Ausbildung zur Skiinstruktorin im Jahr 2016 und ihrer Rolle als Obfrau des Vereins.
Der Weg in den Leistungssport
Obwexer hat ihren sportlichen Ehrgeiz nicht aus den Augen verloren. Vor etwa zwei Jahren begann sie ernsthaft, im Leistungssport Fuß zu fassen. Sie wurde in den Förderkader des Verbands aufgenommen und konzentrierte sich auf das Rennfahren. Regelmäßiges Training mit ihrem Team sowie die Teilnahme an internationalen Wettbewerben haben dazu beigetragen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Ihr größtes Ziel sind die Paralympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina, die durch ihre geografische Nähe besonders bedeutsam werden.
Engagement für Inklusion
Über ihre sportlichen Ambitionen hinaus engagiert sich Christina Obwexer auch für soziale Belange. Sie arbeitet bei der Bezirkshauptmannschaft in Lienz und setzt sich mit der inklusiven Kulturinitiative „Auf den zweiten Blick“, die sie gemeinsam mit Fotografen Thomas Griesbeck ins Leben gerufen hat, für mehr Aufmerksamkeit hinsichtlich der Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen ein. Ihr Engagement spiegelt sich auch in ihrer Mitgliedschaft beim Verein „Snowclan“ wider, wo sie sich für soziale Impulse starkmacht.
Die Bedeutung von Inklusion wird nicht nur durch Obwexers Einsatz klar, sondern auch durch aktuelle Studien, die auf die Problematiken hinweisen, denen Menschen mit Beeinträchtigungen im Sport und in anderen gesellschaftlichen Bereichen begegnen. Obwohl Deutschland Verpflichtungen aus der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hat, bleibt die vollständige gleichberechtigte Teilhabe noch unerreicht. Dies zeigt sich auch in den kritischen Rückmeldungen von Parasportlerinnen und -sportlern zu ihren Teilhabemöglichkeiten. Die Notwendigkeit, Barrieren in Schulen, am Arbeitsplatz und in der Kultur abzubauen, wurde in einer Studie betont. Hier haben auch die neuen Regierungsstellen eine wichtige Aufgabe, um nachhaltige Veränderungen zu fördern und die Inklusion voranzutreiben.
Christina Obwexer ist somit nicht nur eine beeindruckende Athletin, sondern auch ein Vorbild für viele Menschen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Ihr unermüdliches Engagement und ihre Leidenschaft für den Skisport verkörpern den Geist der Paralympics und die Hoffnung auf mehr Inklusion und Gleichberechtigung für alle.
Für weitere Informationen zu Christina Obwexer, siehe Dolomitenstadt, ÖPC und die Studie zur Aktion Mensch.