Inmitten wachsender Spannungen im Nahen Osten hat China den militärischen Angriff der USA und Israels auf den Iran scharf verurteilt. Chinas Außenminister Wang Yi forderte während eines Pressetermins im Rahmen des jährlichen Volkskongresses ein sofortiges Ende der militärischen Operationen sowie die Gewährleistung von Sicherheit in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz. Wang betonte, dass die Souveränität der Länder im Nahen Osten respektiert werden müsse, und warnte vor der Anwendung von Gewalt und Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten. Die Situation stellt für China eine besondere Herausforderung dar, da die USA mit dem Iran einen wichtigen Handelspartner im Bereich Erdöl angreifen, wovon Peking direkt betroffen ist, da es schätzungsweise 90 Prozent des iranischen Öls kauft, wie tagesschau.de berichtet.

Wang Yi äußerte sich außerdem besorgt über den Krieg im Iran, den er einen Konflikt nannte, „der nie hätte passieren dürfen“. Er forderte alle Konfliktparteien auf, unverzüglich einen Waffenstillstand auszurufen und den Dialog zu suchen. Dies unterstreicht Chinas führende Rolle als Anwalt des Friedens und der Stabilität in der Region, besonders vor dem geplanten Treffen zwischen Wang und US-Präsident Donald Trump Ende März 2026 in Peking, das von erheblicher Bedeutung für die bilateralen Beziehungen ist.

China und die geopolitische Lage

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben Chinas Außenminister dazu veranlasst, am Wochenende mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow und dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi zu telefonieren. Wang warnte vor den potenziellen Folgen eines bevorstehenden Besuchs des US-Präsidenten in China und betonte die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Dialogs, um Missverständnisse zwischen den beiden Ländern zu vermeiden. “Die Beziehung zwischen den USA und China hat globale Auswirkungen, und beide Seiten sollten ihre Differenzen kontrollieren“, erklärte Wang.

Die geopolitischen Implikationen dieser Situation sind weitreichend, vor allem für den globalen Ölmarkt und die Wirtschaftsbeziehungen in der Region. Chinas enge Wirtschaftsbeziehungen zum Iran zeigen sich auch dadurch, dass der Iran durch die Auswirkungen internationaler Sanktionen stark abhängig von chinesischen Lieferungen ist, darunter Autos und Konsumgüter, was es zu einer „Lebensader“ für die iranische Wirtschaft macht, so Angela Stanzel von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Die Rolle Chinas im Nahen Osten

Die Waffenlieferungen und diplomatischen Verbindungen zwischen China und dem Iran haben sich über die Jahre intensiviert. Ein hervorstechendes Beispiel dafür ist ein gemeinsames Marine-Manöver im Golf von Oman im Jahr 2025 mit Kriegsschiffen Russlands. Während die Beziehungen zwischen China und dem Iran militärisch und wirtschaftlich eng sind, beobachtet China gleichzeitig die Entwicklungen und deren mögliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und die Ölpreise mit wachsenden Bedenken.

Die Spannungen im Nahen Osten haben auch Chinas Verhältnisse zu Israel kompliziert. Die Beziehungen haben sich seit den jüngsten Konflikten, insbesondere nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023, verschlechtert. China hat sich klar auf die Seite Palästinas gestellt und bietet nun seine Vermittlung im Konflikt zwischen Israel und Iran an. Die Herausforderung besteht darin, dass jede mögliche Einflussnahme auf den Iran die Beziehungen zu anderen wichtigen regionalen Akteuren, wie Saudi-Arabien, gefährden könnte.

Insgesamt zeigt sich, dass sich China als ein zentraler Akteur im geopolitischen Geschehen im Nahen Osten positioniert, sowohl als wirtschaftlicher Hauptakteur für den Iran als auch als potenzieller Vermittler in den Konflikten der Region. Die kommenden Wochen, insbesondere das Gipfeltreffen zwischen Wang Yi und Trump, dürften entscheidend für die zukünftige Rolle Chinas in dieser schon jetzt angespannten Situation sein.