China steht vor der Herausforderung, die Probleme in seiner Reisebranche anzugehen, die in den letzten Jahren durch ein starkes Wachstum jedoch nicht gelöst wurden. Kultur- und Tourismusminister Sun Yeli betonte die Bedeutung, bestehende Schwierigkeiten wie Buchungskomplikationen, Ticketkäufe und die Zugänglichkeit von Toiletten zu adressieren. Diese Aspekte sind entscheidend, um das Vertrauen der Reisenden wiederherzustellen und den Tourismus als wirtschaftlichen Motor zu stärken. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant China in diesem Jahr verstärkte Maßnahmen, um betrügerische Praktiken zu bekämpfen. Besonders im Fokus steht die Bekämpfung von irreführender Werbung sowie illegalen Geschäftspraktiken, die Reisende zum Kauf drängen.
Bei einer aktuellen Analyse des Tourismus über die letzten Jahrzehnte zeigt sich, dass der Tourismus eine wirtschaftliche Bedeutung hat, die nicht zu unterschätzen ist. Im Jahr 2019, vor der Corona-Pandemie, verzeichnete China Einnahmen aus dem Tourismus von 32,01 Milliarden Euro bei 487 Euro pro Person. Diese Zahlen sind nun angestiegen; die Einnahmen 2024 überschritten bereits das Niveau von 2019 und beliefen sich auf 36,72 Milliarden Euro, was einen Zuwachs von 14,73 Prozent darstellt. Der Anstieg ausländischer Touristenankünfte ist ebenfalls aufschlussreich: 2025 kamen 150 Millionen internationale Besucher, ein Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Strategische Maßnahmen zur Stärkung des Tourismus
Um die Binnennachfrage zu fördern, hat die Regierung angekündigt, neue Spielräume für wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Dies geschieht unter anderem durch die Streichung der Visapflicht für mehrere Länder, darunter auch Deutschland und Österreich, für touristische sowie geschäftliche Reisen von bis zu 30 Tagen. Suchanfragen und Rückmeldungen von Reisenden unterstreichen die Notwendigkeit, das Reiseerlebnis erheblich zu verbessern und alltägliche Probleme zu lösen.
Die Qingming-Feriendauer wurde um einen Tag verlängert, um den inländischen Tourismus anzuregen. Interessanterweise stieg die Zahl der Inlandsreisen während der Feiertage 2025 auf 596 Millionen, was einen Zuwachs von 95 Millionen im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Verschiebung zeigt einen erkennbaren Trend hin zu einem zunehmend aktiven Inlandstourismus, obwohl die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise von 169 Yuan (ca. 21 Euro) auf 150 Yuan gesunken sind.
Der Weg in die Zukunft
Der Fokus auf die Beseitigung der im Tourismus existierenden Hürden und die Förderung von Wintersport und Freizeitangeboten sind weitere entscheidende Punkte für die Entwicklung der Branche. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, um den schwachen Konsum in der chinesischen Wirtschaft zu bekämpfen und die Bedeutung des Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor zu stabilisieren. Minister Sun Yeli hat betont, dass ein entscheidender Bestandteil dieser Strategie darin liegt, das Vertrauen der Reisenden zu gewinnen und eine positive Entwicklung in der Branche zu fördern, die auch langfristig Bestand haben soll.
Insgesamt zeigt sich, dass China sich aktiv um die Verbesserung der touristischen Infrastruktur bemüht und entschlossene Schritte unternimmt, um mögliche Stolpersteine im Reisemarkt zu beseitigen. Nur so kann die Tourismusindustrie ihre volle wirtschaftliche Potenz entfalten und das Vertrauen der Reisenden zurückgewinnen.