Lehrermangel in Wien: Bildungspolitik am Limit – Was passiert jetzt?
Freiheitliche fordern Maßnahmen gegen akuten Lehrermangel in Wien. Bildungspolitik steht im Fokus des politischen Streits.

Lehrermangel in Wien: Bildungspolitik am Limit – Was passiert jetzt?
Der Lehrermangel an österreichischen Schulen ist ein drängendes Thema, das heute, am 4. Dezember 2025, von den Freiheitlichen Bundesratsmitgliedern Isabella Theuermann, Irene Partl und Andreas Spanring in einer Dringlichen Anfrage an Bildungsminister Christoph Wiederkehr zur Sprache gebracht wurde. Sie beschreiben die Situation als „akuten Lehrermangel“, der insbesondere im Ballungsraum Wien dramatische Ausmaße angenommen hat. Im April 2025 waren noch 6.100 Lehrerstellen für das kommende Schuljahr unbesetzt, ein Umstand, der die Bildungspolitik weiterhin in den Fokus rückt. Die Freiheitlichen machen zudem auf die steigende Belastung des Lehrpersonals aufmerksam, die durch Themen wie „Gender-Ideologie“ und Integrationsprobleme verstärkt wird. Dies geschieht im Kontext einer bereits kritischen Bildungsmisere, die nicht nur Wien, sondern ganz Österreich betrifft.
In der Anfrage fordern sie umfassende Informationen von Bildungsminister Wiederkehr zu 34 Detailfragen, die Maßnahmen gegen den Lehrermangel, die Sicherheitslage und die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund betreffen. Wiederkehr argumentiert, dass die Zahl der unbesetzten Stellen dem jährlichen Durchschnitt entspreche und hebt hervor, dass er aktiv daran arbeite, Lehrkräfte zu gewinnen. Trotz dieser Aussagen predigen Kritiker eine „massive Krise“ im Bildungssystem und problematisieren die Tatsache, dass immer mehr Schüler nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.
Kritik an der Bildungspolitik
Sigi Maurer, stellvertretende Klubobfrau und Bildungssprecherin der Grünen, engagiert sich ebenfalls in der Debatte. Sie kritisiert Wiederkehrs „offensichtliche Planlosigkeit“ und wirft dem Bildungsministerium Untätigkeit vor. Mit dem Schulbeginn in Wien, Niederösterreich und Burgenland wird das Ausmaß des Lehrermangels sichtbar. Für das Schuljahr 2025/26 wurden insgesamt 6.555 Lehrerstellen ausgeschrieben, darunter knapp 2.000 in Wien. Trotz der schwierigen Situation argumentiert Wiederkehr, dass alle notwendigen Unterrichtsstunden gehalten werden könnten.
Die Grüne Fraktion fordert außerdem nachhaltige Konzepte zur Bekämpfung des Lehrermangels und hinterfragt, wie der Bildungsminister plant, den Lehrberuf attraktiver zu gestalten. Kritik regt sich nicht nur aus der Opposition; auch die NEOS behandeln das Thema differenziert und sehen keine flächendeckenden Probleme, sondern lokale Engpässe in einzelnen Regionen und Fächern.
Reformmaßnahmen des Ministeriums
Das Bildungsministerium befindet sich unter Druck, insbesondere seit der Veröffentlichung eines Berichts des Rechnungshofs, der die Notwendigkeit dringender Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrermangels unterstreicht. Bildungsminister Christoph Wiederkehr plant eine eingehende Prüfung der Empfehlungen. Diese umfassen unter anderem den Ausbau der Unterrichtspraxis in der Lehramtsausbildung und ein effizientes Personalcontrolling für 6.000 Schulen. Die Reformmaßnahmen sollen nicht nur die Zahl der Lehrkräfte erhöhen, sondern auch die Qualität des Unterrichts verbessern und die Attraktivität des Lehrerberufs steigern.
In der Diskussion um die Schulbildung wird deutlich, dass die Herausforderungen vielschichtig sind. Während Politiker von verschiedenen Seiten sich zu Wort melden, bleibt die Frage offen, wie nachhaltige Lösungen zur Stabilisierung des Bildungswesens in Österreich gefunden werden können. Bildungsmangel und die damit verbundenen Probleme betreffen nicht nur Schulen, sondern die gesamte Gesellschaft.
Schließlich bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Maßnahmen des Bildungsministeriums die gewünschten Ergebnisse bringen werden oder ob die anhaltenden Bedenken von Lehrkräften, Eltern und Schülern weiter in den Vordergrund rücken.