Ende 2025 erreichte der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland rund 64 Prozent, wovon die Photovoltaik etwa 24 Prozent beitrug und somit der zweitwichtigste Energieträger ist. Diese Entwicklung zeigt die wachsende Bedeutung von Solarenergie in der deutschen Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund hat das Braunschweiger Start-up Better Sol ein Verfahren zur Wiederverwendung gebrauchter, aber leistungsfähiger Solarmodule entwickelt. Mit einer Förderung von rund 125.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) setzen sie sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein, indem sie gebrauchtes Material für eine erneute Nutzung erschließen.
Das Team von Better Sol, unter der Leitung von Mitgründerin Luisa Schulze, hat ein System zur Bestimmung des Nutzungspotenzials ausgemusterter Solarmodule etabliert. Etwa jedes zweite ausgemusterte Solarmodul ist noch geeignet für eine erneute Nutzung. Der Hauptanteil dieser Module stammt aus Solarparks, in denen regelmäßig größere Mengen an Modulen ausgetauscht werden, oft bevor sie ihre Lebensdauer erreichen. Ziel ist es, geeignete Solarplatten mit garantierter Leistung und transparenter Leistungsprognose wieder in den Markt zu bringen.
Innovative Testverfahren
Die Qualität der gebrauchten Photovoltaik-Anlagen wird durch ein automatisiertes Testsystem und eine KI-gestützte Software bewertet. Das Testverfahren umfasst eine optische Prüfung, Leistungsüberprüfungen sowie elektrische Sicherheitsprüfungen. Jedes funktionstüchtige Modul wird mit einem Label ausgezeichnet, das die Testdaten und die Leistungsklasse dokumentiert. Module, die sich als nicht geeignet erweisen, werden hingegen zum Recycling aussortiert. Diese Maßnahmen gewährleisten eine hohe Qualität der wiederverwendeten Solarplatten.
Die Zielgruppen für diese gebrauchten Photovoltaik-Anlagen sind Privathaushalte sowie größere Fabrikhallen, und der Vertrieb erfolgt direkt über die Internetseite von Better Sol. Ein weiterer innovativer Schritt ist die geplante Entwicklung einer mobilen Testanlage, die es ermöglichen soll, Solarmodule direkt am Standort der Ausmusterung zu prüfen.
Wachstum der erneuerbaren Energien
Die Daten der DBU zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geben einen positiven Ausblick: Im Jahr 2025 wurden rund 290,2 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, was einem Anstieg von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insbesondere die Photovoltaik hat sich stark entwickelt, mit einer Erzeugung von 91,6 Milliarden Kilowattstunden, was einem beeindruckenden Plus von 21 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
Auch der schnelle Ausbau der Windenergieleistung, trotz eines leichten Rückgangs der Windstromerzeugung auf 133,9 Milliarden Kilowattstunden, zeigt die Ambitionen Deutschlands, den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu steigern. In den nächsten Jahren wird ein beschleunigter Aufbau von Windenergieanlagen als notwendig erachtet, um die jährlichen Ziele nachhaltig zu erreichen.
Das Engagement von Start-ups wie Better Sol spielt eine entscheidende Rolle in dieser Entwicklung, indem sie innovative Lösungen zur Wiederverwertung von Materialien anbieten und somit zur Erreichung der Klimaziele in Deutschland beitragen.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Artikel von ÖkoNews, DBU und Umweltbundesamt.