Magirus, ein bedeutender Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, rückt mit seiner neuesten Empfehlung die potenzielle Brandgefahr älterer Fahrzeuge in den Fokus. Am 18. Dezember 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es Hinweise auf Brandereignisse an bestimmten älteren Feuerwehrfahrzeugen gibt, die mit Iveco EuroCargo- und EuroFire-Fahrgestellen aus den Baujahren 1992 bis 2002 in Verbindung stehen. Berichte über diese Vorfälle wurden in den Medien sowie in Online-Foren und durch das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) in Kiel veröffentlicht. Die technische Untersuchung zielt darauf ab, die Ursachen dieser Vorfälle umfassend zu prüfen und zu bewerten, wobei erste Ergebnisse einen potenziellen Zusammenhang mit einem Lichtschalter für Stand- und Abblendlicht nahelegen.
Betroffen sind neben dem EuroCargo auch die Modelle EuroFire, EuroTech und EuroTrakker. Die Lichtschalter dieser Fahrzeuge zeigen nach über 20 Jahren Einsatz alters- und verschleißbedingte Veränderungen, die häufig nicht sofort erkennbar sind. Magirus fordert daher die Betreiber auf, ihre Fahrzeuge in eine Iveco-Vertragswerkstatt zu bringen. Zudem wird empfohlen, den Lichtschalter vorsorglich auszutauschen und die elektrische Installation, insbesondere nach Nachrüstungen, umfassend zu prüfen.
Empfohlene Maßnahmen zur Risikominderung
Die Maßnahmen, die Magirus empfehlen, zielen darauf ab, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Im Rahmen der regulären Werkstattkonditionen sollen die Betreiber ihre Fahrzeuge überprüfen lassen. Wie blaulicht-magazin.net berichtet, sind neben der Überprüfung des Lichtschalters auch die elektrischen Systeme kritisch, insbesondere bei umfangreichen Nachrüstungen, die an den Fahrzeugen vorgenommen wurden.
Die technische Dokumentation zu diesen Prüfempfehlungen enthält auch ein Foto der relevanten Lichtschalter-Bauform, um deren Identifizierung zu erleichtern. Im Moment gibt es keine vergleichbaren Hinweise für andere Bauformen. Magirus plant, die Situation kontinuierlich zu überwachen und die Betreiber über neue Erkenntnisse, die in Zusammenarbeit mit dem IFS gewonnen werden, zu informieren.
Regulatorische Vorgaben und Prüfgrundsätze
Die Notwendigkeit regelmäßiger Prüfungen wird auch durch den DGUV Grundsatz 305-002 unterstützt, der zur Sicherheit von Feuerwehrfahrzeugen und -geräten beitragen soll. Dieser Grundsatz, der zuletzt im Dezember 2021 aktualisiert wurde, fordert, dass alle Arbeitsmittel, die Schäden ausgesetzt sind, regelmäßig von befähigten Personen geprüft werden müssen. Gemäß § 11 der DGUV Vorschrift 49, die spezifische Anforderungen für Feuerwehren enthält, spiegeln die Prüfgrundsätze den aktuellen Stand der Technik wider und sind entscheidend für die Organisation von Sicherheitsprüfungen in diesem Sektor. Die Broschüre zu diesen Grundsätzen wird jährlich inhaltlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation, wie wichtig verantwortungsbewusste Wartung und regelmäßige Prüfungen von Feuerwehrfahrzeugen sind, um die Sicherheit sowohl der Einsatzkräfte als auch der Bevölkerung zu gewährleisten. Informationen zu den empfohlenen Prüfungen und weiteren Prozessen sind auf der Webseite von fireworld.at sowie in weiteren Fachpublikationen zu finden.