Am 3. Oktober 2025 wird in Österreich ein Fachdialog über den Bodenschutz stattfinden, der am 14. Oktober 2025 um 18:30 Uhr online abgehalten wird. Veranstalter ist die Abteilung III/6 des BMLUKDI, geleitet von MR Mag. Georg Schadt. Als Teilnehmer werden zudem Hans Emrich, MSc, MBA, Geschäftsführer der Emrich Consulting ZT-GmbH, und Univ.-Prof.in DIin Dr.in Gerlind Weber von der BOKU Wien anwesend sein. Im Rahmen des Dialogs, der sich intensiv mit der Problematik der Bodenversiegelung auseinandersetzt, bekundet die Bundesregierung im Regierungsprogramm 2025–2029 ihr Engagement für den Bodenschutz.
Die geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung der Bodenversiegelung umfassen die Stärkung von Ortskernen, die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung und Entwicklung von Altbeständen, sowie den Schutz von Frei- und Grünland. Ein wichtiger Punkt ist auch die Prüfung und Festlegung von Maßnahmen zur Reduktion des Bodenverbrauchs im Finanzausgleichssystem. Die Diskussion wird sich auf die Ursachen der Versiegelung, deren Folgen sowie die verfolgten Ziele und Maßnahmen konzentrieren. Die Referenten werden ihre Perspektiven darstellen und stehen für Fragen zur Verfügung. Interessierte können sich für den online-Fachdialog anmelden, um Teil der wichtigen Debatte über den Schutz des Bodens zu werden.
Ursachen der Bodenversiegelung
Bodenversiegelung beschreibt den Prozess, bei dem natürliche Böden durch menschliche Aktivitäten wie den Bau von Gebäuden und Straßen abgedeckt werden. Dies führt zu einer luft- und wasserdichten Abdeckung, die die natürlichen Funktionen des Bodens, insbesondere die Wasseraufnahme und -speicherung erheblich beeinträchtigt. Laut umweltbundesamt.de wird der Bevölkerungswachstums in städtischen Gebieten, verstärkte Urbanisierung und die Umwandlung landwirtschaftlich genutzter Flächen in Wohn- und Gewerbegebiete als Hauptursachen für die Bodenversiegelung identifiziert.
In Deutschland haben die Siedlungs- und Verkehrsflächen inzwischen eine Fläche von 52.074 km² erreicht, von denen 45 % versiegelt sind. Diese Zunahme ist alarmierend: Der Anteil der versiegelten Fläche ist von 5,3 % im Jahr 1992 auf 6,57 % im Jahr 2023 angestiegen, was einer Zunahme von 5.594 km² in 30 Jahren entspricht. Zudem ist der jährliche Anstieg der versiegelten Flächen rückläufig, von 201,6 km² pro Jahr (1993-1996) auf 82,9 km² pro Jahr (2020-2023).
Folgen der Bodenversiegelung
Die ökologischen Auswirkungen der Bodenversiegelung sind gravierend. Sie führt zu einer Beeinträchtigung des Wasserhaushalts, da Regenwasser nur schwer versickern kann und die Grundwasservorräte sinken. Dies erhöht das Risiko von Überschwemmungen bei starken Regenfällen, während die natürlichen Klimabalanzen beeinträchtigt werden. Zudem führt die Versiegelung zum Verlust von Lebensräumen, was die Biodiversität gefährdet und den natürlichen Kohlenstoffspeicher des Bodens reduziert. Diese Umstände tragen zur Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei, wie das-wissen.de hervorhebt.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind nachhaltige Lösungen gefragt. Dazu gehören die Förderung von durchlässigen Baustoffen sowie die Schaffung von Grünflächen und Parks, die als natürliche Retentionsräume fungieren können. Außerdem sollten Dach- und Fassadenbegrünungen zur Verringerung des Oberflächenabflusses gefördert werden. Sensibilisierungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit sind ebenfalls entscheidend, um das Bewusstsein für die Problematik der Bodenversiegelung zu schärfen.
Der bevorstehende Fachdialog bietet eine Plattform, um diese drängenden Fragen zu erörtern und Lösungsansätze zu entwickeln, die letztlich auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser wertvollen Ressource abzielen.
