Das Bildungsministerium hat heute eine umfassende Umfrage gestartet, die über einen Zeitraum von zwei Wochen durchgeführt wird. Ziel dieser Erhebung ist es, Erfahrungen, Erwartungen und Vorschläge von verschiedenen Akteuren der Schul-Praxis in einen Reformplan einzuarbeiten. Diese Reformmaßnahmen werden in allen Bereichen des Bildungssystems von Kindergarten über Schulen bis hin zur Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen berücksichtigt. Kleine Zeitung berichtet, dass die Umfrage sich an vier Gruppen richtet: Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie andere Interessierte.
Die Umfrage behandelt zentrale Themen, darunter die Einführung eigener Fächer für Medienkompetenz, Demokratiebildung sowie Wirtschafts- und Finanzbildung. Zudem wird erörtert, ob Fächer zu größeren Themenbereichen zusammengefasst werden sollten, beispielsweise Biologie, Physik und Chemie zu Naturwissenschaften. Ein weiteres Thema ist die Diskussion über das künftige Stundenausmaß: Soll es zusätzliche Stunden für neue Fächer geben oder sollen bestehende Fächer gekürzt werden? Die Teilnehmer sind zudem aufgefordert, die Wichtigkeit von vermittelten Kompetenzen wie digitale Kompetenzen, soziale Kompetenzen, Teamarbeit und kritisches Denken zu bewerten.
Einbindung der Perspektiven der Akteure
Bildungsexperte Wiederkehr betont dabei, dass der Reformplan nicht am Schreibtisch entstehen soll, sondern die Perspektiven derer einbeziehen muss, die den Schulalltag täglich erleben. Die Ergebnisse der Umfrage werden systematisch ausgewertet und fließen in das Reformkonzept ein. An dieser Stelle wird deutlich, dass die Meinungen und Bedürfnisse vor Ort von zentraler Bedeutung sind, um eine adäquate Bildung für die Zukunft sicherzustellen.
Demokratiebildung spielt in den verschiedenen Bundesländern auch eine wichtige Rolle. In Deutschland sollen Schulen den Kindern und Jugendlichen fachliche Kompetenzen sowie Wissen, Werte und Fähigkeiten für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft und an demokratischen Prozessen vermitteln. Laut einer Studie des Deutschen Schulbarometers 2025 glauben 54 Prozent der Lehrkräfte, dass an ihren Schulen mehr für die Demokratiebildung getan werden sollte. bpb.de vermittelt eine differenzierte Sicht auf die Situation, indem sie die Ansichten verschiedener Schulformen vergleicht.
Unterschiedliche Anforderungen an den Schulen
Während an Grundschulen insgesamt 39 Prozent der Lehrkräfte Handlungsbedarf sehen, fordern an Berufsschulen 66 Prozent eine Intensivierung der Demokratiebildung. An Förderschulen liegt diese Zahl bei 64 Prozent, und an Haupt-, Real- und Gesamtschulen geben 63 Prozent an, dass Änderungen nötig sind. Im Kontrast dazu sind 51 Prozent der Lehrkräfte an Gymnasien der Meinung, dass Nachbesserungen erforderlich sind. Diese Differenzierung zeigt anschaulich, dass die Anforderungen an die Demokratiebildung je nach Schulform stark variieren.
Zusätzlich ist die Datenlage zur Demokratiebildung an Schulen aufschlussreich. Eine Panelstudie mit 750 Grundschulkindern in Mannheim zeigt, dass 21 Prozent der Kinder Fragen zu basalen Merkmalen der Demokratie korrekt beantworteten und 22 Prozent noch nie von Demokratie gehört hatten. Eine qualitative Studie weist zudem auf die heterogene Wissensbasis von Viertklässlern über den Nationalsozialismus hin. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Herausforderungen, die in der politischen Bildung bestehen, insbesondere hinsichtlich der Chancengleichheit. Deutsches Schulportal berichtet über diese Erkenntnisse und hebt hervor, dass Kinder aus sozial benachteiligten Hintergründen und mit nicht-deutscher Herkunft geringere politische Involvierung zeigen.
Insgesamt ist das Anliegen, die Demokratiebildung zu verbessern, ein zentrales Thema in der aktuellen Bildungsdiskussion, sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Die Umfrage des Bildungsministeriums könnte ein erster Schritt sein, um die Bedürfnisse und Erwartungen derjenigen zu verstehen, die im Bildungssystem tätig sind und somit die Ansätze zur Demokratiebildung zukunftsorientiert zu gestalten.