Am 18. Februar 2026 wurden im Wiener Gemeinderat wichtige Anfragen zur Sprachbildung in Kindergärten thematisiert. GR Mag. Bernd Saurer von der FPÖ forderte, die Verantwortung der elementarpädagogischen Einrichtungen für die Bildungskarriere der Kinder stärker zu betonen. Insbesondere kritisierte er die ungenügenden Deutschkenntnisse der Kinder und plädierte für eine Priorisierung der Sprachvermittlung in den Kitas. Saurer bezeichnete die Diskussion über zukünftige Schulinhalte als Nebenschauplatz und betonte die Notwendigkeit einer Bildungspolitik, die sich an den Realitäten der Kinder orientiert, wie presse.wien.gv.at berichtet.
GR Mag. Marcus Gremel von der SPÖ äußerte Bedenken bezüglich der bevorstehenden Einstellungen von Förderungen für mehrere Kindergartenträger. Er informierte, dass, wo Missstände bekannt seien, Kündigungen erfolgen würden, um den Eltern genügend Zeit zu geben, neue Plätze zu finden. Gleichzeitig forderte auch er die Stadtregierung auf, praktikable Lösungen in schwierigen Rahmenbedingungen zu finden und städtische Kindergärten zu stärken, um als erfolgreiche Bildungseinrichtungen zu fungieren.
Kritik an der Reaktion der Stadtregierung
GR Lorenz Mayer von der ÖVP wies auf die Bedeutung der Bürgerbeteiligung hin und kritisierte die Stadtregierung für ihre mangelhafte Reaktion auf Bürgeranliegen, wie z.B. die Petition zum Khleslplatz, die seiner Meinung nach nicht als Chance für Veränderungen wahrgenommen wurde. GR Mag. Lukas Burian von den NEOS berichtete von insgesamt 44 Petitionen im Jahr 2025, wobei sieben davon als unzulässig erklärt wurden, häufig wegen unklarer Zuständigkeiten.
GRin Dr. Jennifer Kickert von den Grünen hob die Relevanz des Petitionswesens sowie die Notwendigkeit hervor, Bürgeranliegen ernst zu nehmen und forderte mehr Mut bei der Umsetzung von Petitionen. In ähnlichem Sinne äußerte GR Lukas Brucker von der FPÖ seine Kritik an der Ignorierung von Petitionen, wobei er ebenfalls die Petition zum Khleslplatz als Beispiel nannte. GR Denis Sakic von der SPÖ unterstrich die Themen der Petitionen, die sich um lokale Probleme und die Stärkung der Demokratie drehten, und betonte, dass Petitionen Dialog und Mitgestaltung ohne komplizierte Abläufe ermöglichen sollten.
Mehrsprachigkeit in Kitas als Herausforderung
Die Debatte um Sprachbildung in Kitas ist besonders relevant vor dem Hintergrund von Mehrsprachigkeit. Laut kindergartenpaedagogik.de haben rund 40 % der unter 6-Jährigen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Bei 22 % der 3- bis 6-Jährigen in Kitas wurde 2019 festgestellt, dass sie vorrangig eine andere Sprache als Deutsch zu Hause sprechen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine reine Deutschförderung oft nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt.
Frühe mehrsprachigkeitsoffene Bildung könnte allen Kindern bessere Chancen bieten. Kinder können problemlos mehrere Sprachen erlernen, doch der Erfolg hängt stark von der sprachlichen Bildung in der Kita und den Einstellungen der Pädagog:innen ab. Es ist entscheidend, dass das psycho-soziale Wohlbefinden der Kinder gefördert wird, da ein Mangel daran die Sprachentwicklung negativ beeinflussen kann.
Ein Mangel an Wertschätzung für die Familiensprachen könnte zudem die emotionale Beziehung zwischen Eltern und Kindern belasten. Aus der Perspektive der bpb.de ist es essenziell, dass die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder durch gezielte Programme und kreativitätsfördernde Ansätze unterstützt werden, um einen erfolgreichen Start in die Grundschule zu gewährleisten. Sprachliche Vielfalt ist in städtischen Kitas besonders verbreitet, erfordert jedoch ausreichend qualifiziertes Personal und Fachwissen im Umgang mit dieser Mehrsprachigkeit.
Zusammenfassend zeigt die Debatte im Wiener Gemeinderat die Notwendigkeit, den Bildungsansatz in Kitas zu überdenken und Mehrsprachigkeit als Chance zur Förderung von sprachlicher Vielfalt zu nutzen. Die Einbindung aller Familiensprachen, wie beispielsweise durch Vorleseaktionen mit (Groß-)Eltern oder die sichtbare Gestaltung von Räumen mit mehrsprachigen Materialien, sind Schritte in die richtige Richtung.