Am 16. Februar 2026 kam es im Bezirk Klagenfurt-Land zu einem schweren Betrugsfall, der eine 62-jährige Frau zum Opfer hatte. Als sie über ihr Online-Banking Überweisungen tätigen wollte, erschien plötzlich eine Sicherheitswarnung auf ihrem Computer. Diese Warnung, die mit einem lauten Signalton einherging, behauptete, das System sei aufgrund einer Virusinfektion gefährdet. In Panik rief die Frau die angegebene Hotline an und belief sich auf die Anweisungen eines vermeintlichen Microsoft-Supports.
Die Unterstützung, die ihr angeboten wurde, dauerte mehrere Stunden. Während dieser Zeit gewährte sie dem sogenannten Supportmitarbeiter Zugriff auf ihren PC. Auf Anraten des Betrügers gab sie zudem TAN-Codes, die sie per SMS erhielt, telefonisch weiter. Erst später stellte die Tochter der Frau im Online-Banking fest, dass mehrere Überweisungen auf ausländische Konten getätigt worden waren, die einen Gesamtschaden von mehreren zehntausend Euro verursachten. Diese Art des Betrugs, bei dem Betrüger sich als technische Unterstützung ausgeben, nimmt alarmierende Ausmaße an und richtet sich häufig an unerfahrene Internet-Nutzer.
Wachsende Bedrohungen durch Cyberkriminalität
Wie Statista berichtet, verschärft sich die Bedrohungslage durch Cyberkriminalität in Deutschland seit Jahren. Immer mehr Privatpersonen und Unternehmen sehen sich Risiken ausgesetzt. 2025 schätzten 69 Prozent der Unternehmen Cyberkriminalität als hoch ein, ein Anstieg von 34 Prozent im Jahr 2015. Besonders gravierend sind dabei Vermögens- und Fälschungsdelikte, wobei Betrugsdelikte zunehmend dominieren.
Phishing-Fälle, wie sie im Fall der Klagenfurter Frau exemplarisch auftraten, sind ein häufiges Problem. Hierbei versuchen Betrüger, über gefälschte Webseiten oder E-Mails Bank- und Identifikationsdaten zu erlangen. Zudem gaben 26 Prozent der Unternehmen im Jahr 2024 an, bereits Schäden durch Phishing-Angriffe erlitten zu haben. Interaktive Betrügereien, bei denen Kriminelle telefonisch oder online Unterstützung anbieten, haben ebenfalls zugenommen und stellen eine bedeutende Gefahr für die Sicherheit privater und geschäftlicher Daten dar.
Verstärkte Präventionsmaßnahmen erforderlich
Im Kontext dieser Bedrohungen wird die Cybersicherheit zu einer zentralen Herausforderung für Unternehmen, Privatpersonen und Behörden. Der Gesamtschaden durch Datendiebstahl oder Industriespionage in deutschen Unternehmen belief sich 2024 auf etwa 267 Milliarden Euro, mit durchschnittlichen Kosten von rund 16.000 Euro pro Cyberangriff. Um dem entgegenzuwirken, setzen immer mehr Unternehmen auf technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen. Zudem gewinnen Cyber-Versicherungen an Bedeutung, wobei mittlerweile 40 Prozent der Unternehmen solche Policen nutzen.
Obgleich das Bewusstsein für Cybergefahren wächst, wie der Fall der 62-jährigen Frau zeigt, sind viele Einzelpersonen weiterhin anfällig für Betrugsmaschen. Es ist dringend erforderlich, präventive Maßnahmen zu etablieren und Informationen über die Arten von Betrug zu verbreiten, um weitere Opfer zu verhindern. Der Aggregate an Cyberkriminalität zeigt, dass sowohl der persönliche als auch der wirtschaftliche Schutz vor diesen Risiken an oberster Stelle stehen sollte.