Im März des Vorjahres erhielt eine 53-jährige Frau plötzlich einen Anruf von einem Mann, der sich als Bankmitarbeiter ausgab. Dies sollte zu einem massiven finanziellen Verlust führen. Laut Berichten von exxpress.at dauerte das Telefonat rund acht Stunden. Während dieses langen Gesprächs schilderte der Anrufer ein angebliches Sicherheitsproblem mit dem Konto der Frau und überzeugte sie, eine Fernwartungssoftware auf ihrem Smartphone zu installieren. Dies geschah in dem Glauben, ihre Kontodaten und PIN-Codes seien sicher.

Der Betrüger hinterließ der Frau einen schwerwiegenden Schaden. Er ließ die Banking-App von ihrem Mobiltelefon löschen und forderte sie auf, ihre Bankomatkarten sorgfältig in ein Kuvert zu legen. Später wurde dieses Kuvert von einer unbekannten Person abgeholt. Nach dem Anruf bei der offiziellen Service-Hotline ihrer Bank erkannte die Frau schließlich den Betrug. Insgesamt entstanden ihr durch sieben Bargeldabhebungen und eine Überweisung ins Ausland Verluste von über 43.000 Euro.

Ermittlungen und Festnahmen

Die Ermittlungen führten zu einem 22-jährigen Niederländer, der in Spanien festgenommen wurde. Er wird beschuldigt, den Anruf initiiert sowie die Geldabhebungen und die Überweisung organisiert zu haben. Außerdem wurde im Dezember des Vorjahres eine 21-jährige Slowakin festgenommen, die Teil einer mutmaßlichen Betrugsorganisation war. Diese Frau hatte ältere Menschen über den sogenannten „Enkeltrick“ getäuscht, indem sie sich als Angehörige ausgab und vorgab, ihre Opfer seien in Verkehrsunfälle verwickelt.

Die Polizei betont, dass echte Polizisten oder Bankmitarbeiter niemals Bargeld, Schmuck oder Bankkarten abholen und keine sensiblen Daten telefonisch abfragen. Unbekannte Anrufe, die dramatische Geschichten erzählen, sollten stets kritisch hinterfragt werden. Es wird geraten, offizielle Kontaktstellen zu wählen oder sich mit Angehörigen abzusprechen, um solche Betrugsfälle zu vermeiden.

Warnung vor Betrugsmaschen

Die aktuellen Entwicklungen in der Betrugskriminalität machen deutlich, dass ältere Menschen häufig Ziel von Betrügern werden. Über die Gefahren von sogenannten „Tech Support Scams“ informiert polizei-beratung.de. Hier geben sich Betrüger als Support-Mitarbeiter bekannter Software-Unternehmen aus und behaupten, der Computer des Opfers sei mit Viren befallen oder brauche ein neues Sicherheitszertifikat. Oft gelingt es den Tätern, die Opfer zur Installation von Schadsoftware oder Fernwartungssoftware zu bewegen, wodurch sie Zugriff auf sensible Daten erhalten.

Die Polizei rät, bei unaufgeforderten Anrufen von angeblichen Support-Mitarbeitern misstrauisch zu sein und auf keinen Fall private Daten weiterzugeben. Bei Verdacht auf Betrug sollten sofort Maßnahmen ergriffen werden: Trennen Sie den Rechner vom Internet, ändern Sie betroffene Passwörter und kontaktieren Sie Ihr Geldinstitut um Rat.

Zunahme von Betrugsfällen

Laut bka.de ist die Betrugskriminalität in Deutschland 2024 um 1,5 Prozent zurückgegangen, was einem Rückgang von über 224.000 Fällen seit 2010 entspricht. Dennoch wurden im Jahr 2024 zusätzlich 513.518 Betrugsfälle aus dem Ausland gemeldet. Besonders alarmierend ist der Rückgang im Waren- und Warenkreditbetrug um 10,7 Prozent. Hier zeigte sich, dass das Internet als Tatmittel in über 55 Prozent der Fälle genutzt wurde.

Die Polizei verstärkt die internationale Zusammenarbeit und setzt vermehrt Präventionsmaßnahmen um, um die Bürger vor solchen Betrugsmaschen zu schützen. Es bleibt unverzichtbar, misstrauisch gegenüber schnellen Geldübergaben zu sein und keine Wertsachen an Unbekannte weiterzugeben.