Am 17. März 2026 wird weltweit der „World Social Work Day“ gefeiert. An diesem Tag wird erneut die dringende Forderung nach einem Berufsgesetz für Soziale Arbeit in Österreich laut, das seit fast 100 Jahren im Raum steht. Laut einem Bericht von vienna.at ist die rechtliche Absicherung der über 40.000 Beschäftigten in der Sozialen Arbeit nach wie vor unzureichend. Die Notwendigkeit eines solchen Gesetzes wird von der Arbeiterkammer Wien und anderen Vertretern betont, die Soziale Arbeit als das Rückgrat der Gesellschaft betrachten.
Ein Berufsgesetz könnte verbindliche Standards für Ausbildung und Berufsausübung schaffen, klare Berufsbilder definieren und die Qualität in der Sozialen Arbeit verbessern. Aktuell arbeitet die Bundesregierung an einem ersten Entwurf, der im Regierungsprogramm festgehalten ist. Christoph Krenn vom Berufsverband OBDS hebt hervor, dass dieser Entwurf eine strukturierte Diskussion mit Bundesländern, Arbeitgebern und Berufsangehörigen ermöglichen soll. Das Hauptziel ist ein Beschluss im Nationalrat, um einen rechtlichen Rahmen für die Profession zu schaffen.
Nötige Standards und Qualitätssicherung
Das angestrebte Berufsgesetz soll nicht nur ein Schutzschild für die Beschäftigten darstellen, sondern auch die Gewährleistung von Qualitätsstandards in der Sozialen Arbeit sicherstellen. Erich Fenninger von der Volkshilfe Österreich betont die Dringlichkeit, die Sozialen Dienste auszubauen, anstatt sie zu kürzen. Veranstaltungen im Rahmen des „World Social Work Day“ umfassen eine Fachveranstaltung im Bildungszentrum der AK Wien sowie eine Kundgebung auf dem Platz der Menschenrechte in Wien, wo das Motto „Gemeinsam für Zuversicht und Verbundenheit: Ziehen wir an einem Strang“ lautet.
Die Schaffung eines Berufsgesetzes könnte auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Das vorgelegte Gesetzesvorhaben enthält einen Vorblatt mit Finanzfolgenabschätzungen und wirtschaftspolitischen Folgenschätzungen, die zeigen, dass es in der Regel keine großen finanziellen Auswirkungen hat. Es wird erwartet, dass die Regelungen zur Fortbildung und die mögliche Einführung einer Registrierung für Berufsangehörige der Sozialen Arbeit keine nennenswerten Mehrkosten verursachen werden, wie obds.at anmerkt.
Einzigartiger Status in Europa
Österreich ist eines der letzten Länder, das noch über kein Berufsgesetz für die Soziale Arbeit verfügt, im Gegensatz zu anderen Gesundheitsberufen. Dies hat negative Auswirkungen auf die Attraktivität der Berufe im Sozialbereich und trägt zur Personalknappheit bei. Soziale Arbeit hat rund 43.000 Berufsangehörige, die als Vermittler zwischen gesellschaftlichen und politischen Feldern agieren. Ein Gesetz könnte die Berufsbilder klarer definieren und die Bedingungen für eine professionelle Ausübung verbessern, was auch in einem Identifikations- und Qualifikationsrahmen resultiert, der bereits öffentlich präsentiert wurde, wie arbeiterkammer.at berichtet.
Die Diskussion um ein Berufsgesetz ist also aktueller denn je und erfordert eine breite Unterstützung aus der Gesellschaft, um den wertvollen Beitrag der Sozialen Arbeit zu sichern und auszuweiten.



