Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) hat im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Anstieg der Mitgliederzahlen verzeichnet. Mit rund 21.000 neuen Mitgliedern erreicht die Organisation einen Rekordstand von 748.046 Mitgliedern insgesamt. Dieses außergewöhnliche Wachstum entfällt auf alle Sektionen in Osttirol, wo die Mitgliederzahlen ebenfalls gestiegen sind. Besonders auffällig ist die Lienzer Ortsgruppe, die mit 2.970 Mitgliedern die größte in Osttirol ist und einen Zuwachs von 161 Mitgliedern verzeichnete.
Die Tiroler Bergrettung meldete im vergangenen Jahr ebenfalls einen Rekord an Einsätzen. Fast ein Drittel der Mitglieder des Alpenvereins sind in Wien angemeldet, gefolgt von Tirol, das 114.733 Mitglieder zählt. Die Sektion Matrei wuchs um 35 Mitglieder und die Sektion Iseltal zählt 1.574 Mitglieder. Die kleinste Sektion, Defereggen, hat mit 202 Mitgliedern nur zwei neu hinzugekommene Mitglieder. Elfi Fuchs, das älteste Mitglied des Alpenvereins, ist beeindruckende 105 Jahre alt.
Verantwortung und Sicherheit im Bergsport
Der Präsident des Alpenvereins, Wolfgang Schnabl, hebt die Verantwortung des Vereins angesichts dieser steigenden Mitgliederzahlen hervor. Er warnt, dass der Bergsport ohne fundierte Ausbildung zu einem Risikosport wird. Diese Meinungen werden durch den Generalsekretär Clemens Matt unterstützt, der auf die vielen berichteten alpinen Unfälle hinweist und betont, wie wichtig eine sorgfältige Tourenplanung und die ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sind. Insbesondere ein tragischer Vorfall, bei dem eine 33-Jährige am Großglockner starb, macht die Bedeutung dieser Themen deutlich.
Um die Sicherheit der Mitglieder zu gewährleisten, bietet der Alpenverein tausende Kurse zur Vermittlung alpinsportlicher Kompetenzen an. Diese beinhalten unter anderem die Initiative „SicherAmBerg“, die Lehrvideos und Lesematerial zu Kernsportarten bereitstellt. Der ÖAV sieht es auch als seine Aufgabe an, sich für den Naturschutz einzusetzen und möchte sich als „Anwalt der Alpen“ engagieren. Der Verein fördert Besucherlenkung sowie Klimaschutzmaßnahmen und setzt auf öffentliche Anreise zum Schutz der Natur.
Alpenverein im Kontext
Im weiteren Kontext ist zu beachten, dass auch der Deutsche Alpenverein (DAV) eine deutlich hohe Mitgliederzahl vorweist, die Ende 2024 bei 1.570.602 lag. Dieser zählte 355 regionale Sektionen und einen Mitgliederzuwachs von 3,30 Prozent im Jahr 2024. Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, wie etwa in Berg- und Schutzhütten, beträgt rund zwei Millionen Tagesgäste pro Jahr.
Mit einem proaktiven Ansatz in der Jugendarbeit und der Inklusion setzt der Alpenverein auf einen respektvollen Umgang mit der Natur. Dieses Engagement kann auch als ein Schlüssel zum nachhaltigen Wachstum des Vereins betrachtet werden, das durch steigendes Interesse am Bergsport gefördert wird.