Am 24. Februar 2026 fand die Hausbau Tagung 2026 am Dachboden des Stephansdoms in Wien statt. Veranstaltet von der Erlus AG, einem Spezialisten für Dachziegel, diente die Tagung als Plattform zur Diskussion über die Bau- und Sanierungsbereitschaft in Österreich. Laut einer von Erlus beauftragten Studie plant ein Drittel der Österreicher:innen in den nächsten fünf Jahren zu bauen oder zu sanieren.

Guido Hörer von Erlus betonte, dass es wichtig sei, Optimismus in das Thema Bauen zu bringen, insbesondere bei den jungen Österreicher:innen, die ein ausgeprägtes Interesse am Eigenheim zeigen. Andreas Wilhelm von Erlus führte die Diskussion fort und sprach von einer Trendwende im Bereich des Wohneigentums. Diese Entwicklungen sind vielversprechend und könnten der Bauwirtschaft neuen Auftrieb verleihen, was auch Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer hervorhob, der die Bauwirtschaft als entscheidenden Faktor für die Konjunktur sieht.

Nachhaltige Baustoffe und Genehmigungsverfahren

Ein zentrales Thema der Tagung war der Einsatz von klimaneutralen Baustoffen, wobei insbesondere Holz als Standard hervorgehoben wurde. Josef Haas von Kampa GmbH unterstrich die globalen Ressourcenfragen und lobte Österreichs Führungsrolle im Holzbau. In diesem Kontext forderte Christian Wimberger schnellere Genehmigungsverfahren für Bauprojekte, um den Anforderungen der Bauwirtschaft gerecht zu werden.

Die steigende Nachfrage nach neuen Wohnungen wurde von Isabella Stickler von ARGE Eigenheim Österreich thematisiert, während Leon Verbaj von Pico Bello Bau darauf hinwies, dass die Anfragen für Sanierungen zunehmen, während der Neubau zurückgeht.

Initiativen für nachhaltiges Bauen

Die Diskussion um nachhaltiges Bauen gewinnt zunehmend an Bedeutung, da nachhaltiges Handeln als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet wird. Damit verbunden sind auch die Herausforderungen des Klimawandels. Deutschland setzt sich das Ziel, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, wozu innovative Ansätze im Bauwesen gefordert sind. Die Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele betrifft nicht nur Ressourcennutzung und Emissionen, sondern auch die Berücksichtigung von Biodiversität, Ressourcenschonung und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) arbeitet an baufachlichen Instrumenten, um die nachhaltige Entwicklung im Bau- und Gebäudebereich zu fördern. Hierzu gehören unter anderem das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) und verschiedene Bewertungssysteme, die eine entscheidende Rolle spielen können, um öffentliche Interessen, Klimaschutz und Gesundheitsschutz zu gewährleisten, so berichtet bmwsb.bund.de.

Ein Leitfaden für die Zukunft

Zusätzlich wird der Leitfaden „Einfach nachhaltig Bauen“, herausgegeben von den Austrian Standards, der Fachwelt als wertvolles Werkzeug an die Hand gegeben. In diesem Buch behandelt Peter Maydl sowohl theoretische Grundlagen als auch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung nachhaltiger Baupraktiken. Zentrale Themen umfassen Kreislaufwirtschaft, Bauproduktmanagement und Nachhaltigkeitszertifikate, die es ermöglichen, Lebenszykluskosten und Umweltwirkungen von Bauaktivitäten zu analysieren. Dies sind wichtige Aspekte, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und die Wissenslücken in der Baubranche zu schließen, wie auch handwerkundbau.at betont.

Insgesamt zeigt die Hausbau Tagung 2026, dass das Thema Bauen in Österreich nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern vor allem ein ökologischer und gesellschaftlicher Ansprechpartner ist. Die Entscheidungsträger und Branchenvertreter stehen vor der Herausforderung, innovative Lösungen zu finden, die eine nachhaltige und zukunftsfähige Bauweise gewährleisten.