In den letzten Wochen hat sich die Preissituation auf dem Fleischmarkt in Österreich verschärft. Insbesondere der Preisdruck beim Schweinefleisch hat zugenommen und stellt eine erhebliche Belastung für die heimischen Betriebe dar. Laut einem aktuellen Bericht von 5min.at wurde Schweinefleisch aus der EU zuletzt zu einem Netto-Preis von 2,99 Euro pro Kilo angeboten. Dieser dramatische Preisverfall hat den Präsidenten des Bauernbundes, Georg Strasser, dazu veranlasst, die Politik zum Handeln aufzufordern. Auf der von ihm gestarteten Kampagne „Schleuderpreise stoppen“ wird gefordert, dass der Wert hochwertiger heimischer Lebensmittel angemessen honoriert wird, damit mehr Wertschöpfung auf den Höfen ankommt.

Strasser weist auf eine ungleiche Verteilung der Wertschöpfung hin. So koste ein Schnitzel in einem Gasthaus 18,50 Euro, während der Landwirt dafür nur 53 Cent erhalte. Er fordert die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Preislawine zu stoppen. Für die Unterstützung dieser Kampagne kann die Öffentlichkeit eine Petition unter schleuderpreise-stoppen.at unterzeichnen.

Aktuelle Marktentwicklung im Fleischsektor

Analysen des Marktes deuten darauf hin, dass 2024 zwar stabilere Preisphasen im Schweinemarkt zu erwarten sind, die Preise könnten jedoch aufgrund eines gestiegenen Schweinebestandes und eines rückläufigen Konsums drohen zu fallen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch in Deutschland ist auf 27,6 Kilogramm pro Jahr gesunken. Zudem halten Sauen- und Mastschweinehalter aufgrund der aktuellen Marktlage eine schnellere Rückführung der Produktion für möglich, was die Preisentwicklung weiter beeinflussen könnte, wie der Bauernverband berichtet.

Außerdem zeigen die Prognosen für den Rindermarkt einen Anstieg des globalen Rindfleischverbrauchs um 1,8 %, während die deutsche Rindfleischproduktion um 2,5 % gesenkt wurde. Überdurchschnittliche Preise für Jungbullen sind die Folge eines gesunkenen Angebots. Herausforderungen wie hohe Produktionskosten und ein Arbeitskräftemangel belasten die Branche zusätzlich.

Lebensmittelsituation und Marktüberblick in der EU

Im weiteren Kontext beobachtet die Europäische Kommission die Preissituation und die Entwicklung der Märkte für landwirtschaftliche Grunderzeugnisse. Mehrere Berichte pro Jahr analysieren die Preissituation und bieten monatliche Aktualisierungen der EU-Preise für gängige landwirtschaftliche Erzeugnisse an. Diese Berichte sind essentiell für ein besseres Verständnis der Marktlage und der Konsumtrends innerhalb der EU, die in den vergangenen Jahren erhebliche Schwankungen aufwiesen.

Ein mittelfristiger Ausblick wird in der Regel einmal jährlich im Dezember veröffentlicht und enthält Prognosen über Markt- und Sektoreinkommen. Diese Prognosen basieren auf den Annahmen zu makroökonomischen Bedingungen und den internationalen Marktentwicklungen. Der Landwirtschaftsmarkt steht somit unter ständiger Beobachtung, um den künftigen Herausforderungen und Preisentwicklungen begegnen zu können.