Am 12. März 2026 fand im Accenture Futurecamp in Wien das „Business Breakfast Banking“ statt, organisiert von Accenture und dem Bankenverband. Rund 80 Vertreter der heimischen Finanzbranche diskutierten unter dem Leitmotiv „Beyond the ordinary“, wie Banken sich heute aufstellen müssen, um auch morgen noch relevant zu bleiben. Zentrale Themen waren die Grenzen von Banking-Apps, die Bedeutung von Kunden-Advokaten und die Renaissance der klassischen Filiale. Die Veranstaltung wurde von Markus Böhme von Accenture Österreich und Gerald Resch vom Bankenverband geleitet.

Markus Böhme stellte fest, dass funktionale Banking-Apps nicht mehr ausreichen, um sich abzuheben, da die Ansprüche der Kund:innen stetig steigen. Gerald Resch betonte hingegen die Notwendigkeit, flexibel zu bleiben und die Kund:innen individuell abzuholen. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Kunden-Advokaten, die laut Christopher S. Mayr von Accenture entscheidend für den Erfolg von Banken sind. Banken mit vielen dieser Advocates wachsen doppelt so schnell.

Kundenerwartungen im Wandel

Die Finanzbranche sieht sich im Zuge der Digitalisierung sowohl intern als auch extern neuen Herausforderungen gegenüber. Wie die Bundesbank argumentiert, verändert die Digitalisierung die Art und Weise, wie Banken ihr Geschäft betreiben und stellt das traditionelle Bankkonzept infrage.

Vor allem die Generation Z hat spezifische Erwartungen an Banken, die weit über die Standardangebote hinausgehen. EY hebt hervor, dass die Vorstellung von wertstiftenden Leistungen stark variiert und Banken gezwungen sind, Produkte und Dienstleistungen maßgeschneidert auf unterschiedliche Kundengruppen auszurichten. Generische Angebote finden immer weniger Beachtung, während personalisierte Zusatzleistungen deutlich erfolgreicher sind.

Renaissance der Filialen

Ein weiterer Aspekt, der beim Event angesprochen wurde, ist die Rückkehr der Filialen. Enver Sirucic vom Bankenverband verwies auf ein hybrides Kundenerlebnis, das eine nahtlose Verbindung zwischen digitaler und klassischer Welt schafft. Die Renaissance der klassischen Filiale zeigt sich nicht nur in Österreich, sondern auch international, beispielsweise durch die Eröffnung neuer Filialen in den USA.

Roland Mechtler von der Raiffeisenlandesbank wies auf die Kundenzentrierung als tägliche Herausforderung hin. Diese wird insbesondere durch das Angebot von Neobanken erschwert, die mit überzeugenden Einzelprodukten werben. Die Raiffeisenbank setzt hingegen auf Tradition und starke Partnerschaften.

Zukunft der Banken

Die Digitalisierung wird als „Mega-Trend“ verstanden, der das gesamte Finanzsystem transformiert. Banken spielen dabei eine zentrale Rolle in der Finanzintermediation und der Bereitstellung von Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen. Neue Wettbewerber, insbesondere FinTechs, treten vermehrt auf und spezialisieren sich auf einzelne Elemente der Wertschöpfungskette, was zusätzliche Herausforderungen an die etablierte Bankenwelt stellt.

In diesem Kontext ist es entscheidend, dass Banken ihre Regulierungs- und Aufsichtsinstitutionen anpassen, um neue Risiken, die mit der fortschreitenden Digitalisierung einhergehen, zu erkennen und zu steuern. Maßnahmen wie der Digital Operational Resilience Act (DORA) sollen die digitale Resilienz der Banken stärken, während die Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung auf das aufstrebende Krypto-Asset-Ökosystem reagiert.

Insgesamt zeigt die Diskussion, dass die Zukunft der Banken zunehmend von schnellen Anpassungen und einer klaren Fokussierung auf die Bedürfnisse der Kunden abhängt – ein Prozess, der sowohl strukturiert als auch dynamisch gestaltet werden muss.