Der österreichische Medienminister Andreas Babler hat eine neue Medienstudie in Auftrag gegeben, die als Teil einer umfassenden Reform der Medienförderung in Österreich dient. Der Auftrag wurde dem SPÖ-nahen Medienforscher Andy Kaltenbrunner erteilt und hat einen Wert von 93.600 Euro. Diese Summe liegt knapp unterhalb der Ausschreibungsgrenze von 100.000 Euro, was bedeutet, dass keine öffentliche Ausschreibung notwendig ist. Die Fertigstellung der Studie ist für Mai 2026 vorgesehen, obwohl der genaue Veröffentlichungszeitpunkt noch unklar bleibt. oe24 berichtet.

Die Reform ist Teil von Bablers Bestrebungen, die Medienlandschaft in Österreich zu stärken. Im Zuge seines Engagements kündigte er an, die jährliche Förderung für heimische Medien von 80 Millionen Euro auf über 100 Millionen Euro zu erhöhen. In einer Zeit, in der viele Medien mit finanziellen Herausforderungen kämpfen und Personal abbauen, soll diese Maßnahme dazu beitragen, die Qualität der Informationsversorgung für die Bevölkerung zu sichern. Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport hebt hervor, dass die geplante Reform auch die Unabhängigkeit von Medien und innovative Geschäftsmodelle in den Fokus rückt.

Reaktionen und Perspektiven

Die Ankündigung der Studie stieß jedoch auf Kritik. FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker bezeichnete die Maßnahme als einen Angriff auf die Pressefreiheit. Diese kritischen Stimmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Medienlandschaft in Österreich vermehrt unter Druck steht und bestehende Förderungen neu analysiert und strukturiert werden müssen. oe24 erklärte, dass im vierten Quartal 2025 das Ministerium bereits externe Beratungsverträge im Gesamtwert von 367.596 Euro vergeben hat, um verschiedene strategische Prozesse zu unterstützen.

Bei der Eröffnung der 105. Salzburger Festspiele trat Babler auch in den Dialog mit der Öffentlichkeit. Er betonte, dass Protestaktionen in der Demokratie einen Platz haben und lud verschiedene Gruppen, einschließlich NGOs und Protestierender, zu Gesprächen ein, berichtet die SPÖ. Diese Offenheit für Diskurse könnte ein wichtiger Schritt sein, um das Vertrauen in die Medien sowie in die Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums zu stärken.

Zusammengefasst zeigt sich, dass Andreas Babler mit seiner Initiative zur Reform der Medienförderung grundlegende Veränderungen anstoßen möchte. Die Sicherung der Medienvielfalt und -freiheit bleibt ein zentrales Anliegen seiner politischen Agenda und wird weiterhin kritisch beobachtet.