Österreich

Automatisches Pensionssplitting: Gerechtigkeit für Frauen oder Falle? Regierung verhandelt vor der Wahl

Der brisante Kampf um die Gleichstellung von Vätern und Müttern in der Rentenversicherung

Die österreichische Regierung debattiert über die Einführung des automatischen Pensionssplittings, eine Maßnahme, die darauf abzielt, Pensionsansprüche zwischen Partnern aufzuteilen. Diese Regelung könnte vor allem Frauen begünstigen, die aufgrund von Kinderbetreuungspflichten häufiger Teilzeitarbeit verrichten und dadurch im Alter eine geringere Rente beziehen. Statistiken zeigen, dass die durchschnittliche Alterspension von Frauen deutlich unter der von Männern liegt, was auf die Einkommensunterschiede im Erwerbsleben zurückzuführen ist.

Für Paare, die ihre finanziellen Mittel gemeinsam verwalten, könnte das Pensionssplitting bei einer Trennung einen starken Schutz für Frauen bieten. Die Befürworter dieser Maßnahme argumentieren, dass es gerecht ist, einen Ausgleich zu schaffen, wenn ein Partner beruflich voranschreitet, während der andere die Kinderbetreuung übernimmt. Gegner des Splitting-Modells weisen jedoch darauf hin, dass es Frauen eher dazu ermutigen könnte, im Haushalt zu bleiben, anstatt eine berufliche Karriere anzustreben.

Die Regierungsbemühungen zur Umsetzung des Pensionssplittings haben sich aufgrund anderer politischer Prioritäten und der COVID-19-Pandemie verzögert. Diskussionen innerhalb der Koalition drehen sich um die Koppelung des Pensionssplittings mit anderen sozialpolitischen Maßnahmen, wie der Schließung von Lücken im Unterhaltsvorschuss. Letzterer betrifft Kinder von Alleinerziehenden, die oft ohne Unterhaltszahlungen oder staatliche Unterstützung zurückgelassen werden, wenn ein Elternteil zahlungsunfähig ist.

Die Frage bleibt, ob sich die Regierungsparteien rechtzeitig einigen können, um das Pensionssplitting und den Unterhaltsvorschuss zu verabschieden. Trotz intensiver Verhandlungen zwischen den Koalitionspartnern bleibt der Ausgang dieser Entscheidungen vor den Wahlen ungewiss. Ingrid Korosec, die sich seit Jahrzehnten für eine gerechtere Verteilung von Pensionen einsetzt, sieht das automatische Pensionssplitting als einen möglichen Schritt zur finanziellen Gleichstellung von Frauen im Alter.

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