In Österreich lenken rund 1,8 Millionen Menschen ab 16 Jahren niemals ein Auto, während weitere 810.000 Personen nur selten hinter dem Steuer sitzen. Diese Erkenntnisse stammen aus einer Umfrage, die deutlich macht, dass der Anteil der wenig oder gar nicht Autofahrenden in verschiedenen Altersgruppen stark variiert. So geben 70% der 16- bis 19-Jährigen an, nie oder nur selten Auto zu fahren, während 41% der 20- bis 30-Jährigen diese Einschätzung teilen. Bei den 30- bis 40-Jährigen sind es 30% und bei jenen zwischen 40 und 50 Jahren 25%. In der Generation 70 plus beträgt dieser Anteil 44% veröffentlicht, wie die Kleine Zeitung berichtet.
Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: In Vorarlberg liegen 34% der Bevölkerung im Bereich nie oder selten Autonutzung, während in Tirol und Salzburg jeweils 33% dieser Gruppe angehören. Im Gegensatz dazu zeigen die Bundesländer Niederösterreich mit 22% eine niedrigere Beteiligung. Auch in städtischen Ballungsräumen ist der Anteil der Nicht-Autofahrer höher, mit 63% in Wien, 40% in Innsbruck und 39% in Graz.
Ein vielfältiges Mobilitätsverhalten
Das Mobilitätsverhalten in Österreich ist ein Spiegelbild gesellschaftlicher Veränderungen. Die Zuschreibung an Personengruppen wie „die Autofahrer“ oder „die Bahnfahrer“ trifft nicht mehr die Realität des heutigen Alltags. Laut einer Umfrage aus 2019 vom VCÖ sind 92% der Befragten auf Alltagswegen zu Fuß, 77% mit dem Auto, 73% mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 63% mit dem Fahrrad unterwegs. Diese Diversität wird auch durch den Umstand belegt, dass 85% der Österreicher einen Führerschein besitzen, jedoch 13% kein Auto mehr fahren. Ein Drittel der Bevölkerung nutzt eine Jahreskarte oder Zeitkarte für den öffentlichen Verkehr, was die Bereitschaft zeigt, Autofahrten durch andere Verkehrsmittel zu ersetzen, deutlich macht vcoe.at.
Die Initiative „Autofasten“ erlebt im Zusammenhang mit diesen Trends Aufwind. Unter dem Motto „Fair zu Fuß unterwegs“ wird sie in der Fastenzeit unterstützt. Laut VCÖ ist Gehen die gesündeste, kostengünstigste und umweltfreundlichste Form der Mobilität, und etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind täglich zu Fuß mobil, mit dem höchsten Anteil in Wien, wo 73% der Bevölkerung regelmäßig zu Fuß unterwegs sind.
Schwierigkeiten und Herausforderungen im öffentlichen Verkehr
Das Mobilitätsangebot in Österreich steht vor Herausforderungen, insbesondere die Erreichbarkeit von Bahnhöfen. Nur 25% der Bahnfahrenden außerhalb der Großstädte können ihren Bahnhof früh am Morgen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, und ebenfalls nur 25% haben gute Verbindungen nach 20 Uhr. Diese Missstände zeigen, dass die Infrastruktur vor allem im ländlichen Raum dringend verbessert werden muss. Mobilitätsangebote könnten durch nachfragebasierte Dienstleistungen erweitert werden. Laut Städtebund bestehen massive Finanzierungslücken für den Ausbau und die Umstellung auf saubere Mobilitätslösungen, was entscheidend für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors ist.
Die Daten der Lebensqualität in Städten verdeutlichen, dass der PKW-Anteil variiert und in Wien mit 26% am geringsten ist, während in anderen Städten wie Klagenfurt, Eisenstadt und St. Pölten PKW-Anteile von 55% oder mehr zu verzeichnen sind. Um die Klimaziele zu erreichen, soll der PKW-Anteil bis 2040 auf 42% reduziert werden.
Zusammengefasst offenbart sich ein Bild des Wandels im Mobilitätsverhalten der Österreicher, geprägt von einer wachsenden Vielfalt an Transportmitteln und einem zunehmenden Interesse an umweltfreundlichen Alternativen. Ein vernünftiger Ausbau und die Förderung der Infrastruktur sind entscheidend, um diesem Trend gerecht zu werden und die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung langfristig zu sichern.