Im Profisport stehen Athleten oft unter immensem Druck, was sowohl ihre körperliche als auch mentale Gesundheit betrifft. Daniel Berger, ein 29-jähriger Physiotherapeut aus Virgen, ist zurzeit Teil des österreichischen Skiverbands (ÖSV) und schildert in einem Interview die vielseitigen Herausforderungen, denen Athleten sowie Betreuer gegenüberstehen. Berger hat einen Bachelorabschluss in Graz und absolviert gegenwärtig einen Master in Sportphysiotherapie an der Universität Salzburg. Er hat seine Karriere im Sommer 2022 mit der Unterstützung einer Weltcup-Technik-Gruppe der Ski-Herren begonnen, nachdem er zuvor noch das norwegische Damenskiteam während zwei Wochen betreut hat. Diese Erfahrungen ermöglichen es ihm, direkt vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Verletzungsprävention zu leisten.
Im Profisport sind die Athleten常ändig am Limit, insbesondere bei Wettkämpfen. Verletzungen sind häufig, wobei leichte Hand-, Arm- und Knieverletzungen besonders verbreitet sind. Die Pistenverhältnisse spielen eine entscheidende Rolle und erhöhen die Verletzungsgefahr. Krafttraining zur Verletzungsprävention hat für Berger oberste Priorität. Das Aufwärmen und die Regeneration werden individuell angepasst, um die Konzentration der Athleten zu fördern. Berger erläutert, dass die Rennsaison oft unvorhersehbar ist und die Athleten Flexibilität erfordern, um sich den wechselnden Wetterbedingungen anzupassen.
Physiotherapeutische Betreuung im Hochleistungsport
Ein typischer Tag für Berger beginnt vor Sonnenaufgang. Zunächst gibt es ein Frühstück und einen Check-up der Athleten, gefolgt von der Fahrt mit ihnen in der Gondel auf den Berg. Während des Trainings und der Wettkämpfe steht er in ständigem Funkkontakt mit den Coaches und bietet Betreuungen am Start. Die Schnelligkeit der physiotherapeutischen Maßnahmen ist entscheidend, da erste Hilfe bei Verletzungen direkt am Unfallort geleistet wird. Zudem werden präventive Maßnahmen wie Dehnungsübungen und Sportmassagen regelmäßig durchgeführt, um Verletzungen vorzubeugen.
Berger kooperiert eng mit Ärzten und Krankenhäusern, insbesondere bei der schnellen Diagnose und dem Beginn der Rehabilitation nach Verletzungen. Der Druck, der auf Athleten lastet, kann zu psychischen Belastungen führen, die ebenfalls nicht ignoriert werden dürfen. Der olympische Druck, ständige Leistungssteigerungen und die Angst vor Verletzungen sind häufige Themen, die Athleten belasten.
Mentalgesundheit im Fokus
Das Bewusstsein für die psychischen Belastungen im Spitzensport hat in den letzten Jahren zugenommen. Viele Athleten, wie Léa Krüger und Ben Ellermann, haben Initiativen gegründet, um den Dialog über mentale Gesundheit zu fördern. Studien belegen, dass mentale Probleme bei Athleten ähnlich häufig auftreten wie in der Allgemeinbevölkerung, insbesondere in Bezug auf Depressionen und Angststörungen. Marion Sulprizio, Diplompsychologin, betont, dass Athleten oftmals ihre eigenen Grenzen nicht erkennen und daher zögern, über ihre Probleme zu sprechen. Die Angst vor negativen Karriereauswirkungen wird als Hindernis für einen offenen Austausch betrachtet.
Die Wichtigkeit von Unterstützung durch Mentaltrainer und Sportpsychologen wird von vielen Experten hervorgehoben. Diese Fachleute helfen den Athleten, mit Aufregung, Angst und Leistungsdruck umzugehen, was entscheidend für die Rückkehr zum Wettkampf nach Verletzungen ist. Die Notwendigkeit für mehr unabhängige Einrichtungen und öffentliche Sichtbarkeit für Unterstützungsangebote im psychologischen Bereich wird immer deutlicher, um Athleten eine ganzheitliche Betreuung zu ermöglichen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Profisport weit mehr ist als nur körperliche Leistung. Die Kombination aus physischer Disziplin und mentaler Stärke ist entscheidend, um in diesem harten Umfeld erfolgreich zu sein. Die physische und psychische Gesundheit der Athleten muss hand-in-hand behandelt werden, um langfristige Erfolge zu sichern.



