Am 13. April 2026 fand die feierliche Eröffnung einer neuen Elektrolyseanlage in Arnoldstein statt. Diese Anlage zur regionalen Produktion von grünem Wasserstoff wird von der Kelag betrieben und befindet sich auf dem Gelände der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV). Mit dieser Initiative wird ein wichtiger Schritt im Rahmen des Projekts „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“ unternommen, welches darauf abzielt, den Regionalverkehr in Kärnten schrittweise zu verbessern.
Das Projekt umfasst mehrere Partner, darunter das Land Kärnten, Postbus, Gutmann sowie den Verkehrsverbund Kärnten. Die Elektrolyseanlage soll ab Mai 2026 eine Leistung von bis zu 3 Megawatt erreichen, wovon circa 1 Megawatt für den Betrieb einer neuen Wasserstoffbus-Flotte im Raum Villach reserviert ist. Die restlichen Kapazitäten sind für die Sicherstellung der Versorgung sowie weitere Anwendungen in Mobilität und Industrie vorgesehen.
Investitionen und Ziele
Die Gesamtkosten für den Bau und die Infrastruktur der Anlage betragen etwa 16 Millionen Euro. Im Vollbetrieb wird die Anlage rund 140 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr liefern können. Dies ermöglicht den Betrieb von bis zu 36 Postbussen, die Reichweiten von bis zu 500 Kilometern erreichen können. Perspektivisch besteht zudem die Möglichkeit, die Produktion auf bis zu 400 Tonnen Wasserstoff jährlich auszubauen.
Die Tankzeit für einen Wasserstoffbus beträgt etwa 8 Minuten. Der Wasserstoff wird von Arnoldstein nach Villach per Lkw transportiert. Sebastian Schuschnig, der Energiereferent, beschreibt das Projekt als ein starkes politisches Signal für die Wasserstoffstrategie Kärntens und hebt hervor, dass es die Dekarbonisierung im Regionalverkehr fördert sowie die Rolle Kärntens als Standort für Wasserstofftechnologie stärkt.
Technologische Integration und Förderungen
Die Bedeutung von Wasserstoff und Brennstoffzellen für die Zukunft der Mobilität wird auch auf Bundesebene erkannt. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMV) fördert alternative Antriebe und sieht in Wasserstoff eine Schlüsseltechnologie für die Elektrifizierung des Verkehrs. Diese Technologien ergänzen insbesondere Batteriefahrzeuge bei langen Strecken, Nutzfahrzeugen, Bussen, Zügen, sowie im Schiffs- und Flugverkehr.
Seit 2007 wird die Wasserstofftechnologie im Nationalen Innovationsprogramm (NIP) unterstützt. Bis 2016 wurden insgesamt 1,4 Milliarden Euro von der Bundesregierung und der Industrie bereitgestellt, gefolgt von einer Fortführung mit NIP II, das ein Fördervolumen von rund einer Milliarde Euro umfasst.
- Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Innovation
- Marktaktivierung von Wasserstoff- und Brennstoffzelletechnologien
- Integration von Wasserstoff in das Kraftstoffportfolio
Besonders hervorgehoben wird auch der Aufbau eines Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff (ITZ-H2), das eine Test- und Entwicklungsinfrastruktur für Wasserstoffanwendungen schaffen soll. Die Umsetzungsphase begann nach einer Machbarkeitsstudie im Mai 2022 und umfasst mehrere Standorte, darunter Chemnitz, Duisburg und Bayern.
Das Projekt in Arnoldstein wird nicht nur als Meilenstein für Kärnten, sondern auch als bedeutender wirtschaftlicher Impuls für die Region angesehen. Das Engagement für Klimaschutz sowie die Schaffung regionaler Wertschöpfung stehen im Mittelpunkt der Initiative, die in nur 13 Monaten von der Genehmigung bis zur ersten Wasserstoffproduktion realisiert wurde.