Ab Montag, dem 2. März 2026, beginnt die Anmeldefrist für das neue Masterstudium in Psychotherapie an öffentlichen Universitäten in Österreich. Das Aufnahmeverfahren ist für 500 öffentlich finanzierte Studienplätze vorgesehen, welche für Interessierte mit einem facheinschlägigen Bachelor, etwa in Psychologie oder Sozialarbeit, zugänglich sind. Der Abschluss dieses neuen Studiengangs wird als großer Schritt in Richtung einer besseren psychotherapeutischen Versorgung in Österreich angesehen.

Bis zum 7. April 2026 müssen Bewerber einen Selbsteinschätzungs-Fragebogen ausfüllen und einen Kostenbeitrag überweisen. Der bundesweit einheitliche Aufnahmetest findet am 6. Juli 2026 statt. Dieser Test umfasst ein dreistündiges Verfahren, dessen Kosten 80 Euro betragen, in Graz und Klagenfurt sind es 110 Euro. 70 Prozent des Testergebnisses basieren auf Vorwissen aus Testliteratur zur Psychotherapiewissenschaft, während auch Textverständnis, verbale Fähigkeiten und sozial-emotionale Kompetenzen abgefragt werden.

Struktur des Studiums

Das neue Psychotherapie-Masterstudium ist Teil einer umfassenden Reform, die darauf abzielt, die Ausbildung kostengünstiger und breiter zugänglich zu machen. Aktuell können nur etwa 50 Prozent der Personen, die psychotherapeutische Hilfe suchen, auch tatsächlich behandelt werden. Um diesem Missverhältnis entgegenzuwirken, folgt nach dem Masterstudium eine praktische Phase mit Patientinnen- und Patientenkontakt sowie eine staatliche Approbationsprüfung. Diese Reform ist über 30 Jahre nach dem ersten Psychotherapiegesetz von der Bundesregierung ins Leben gerufen worden, um den hohen Bedarf an Psychotherapeuten in Österreich zu decken, insbesondere da 40 Prozent der derzeit 12.300 Therapeuten in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen.

Die neue Ausbildung besteht aus einem Bachelorstudium, gefolgt von einem zweijährigen Masterstudium an einer öffentlichen Universität und einer postgradualen Fachausbildung. Diese Struktur wird nicht nur die Ausbildung für zukünftige Psychotherapeuten vereinfachen, sondern auch die Vielfalt unter den Praktizierenden erhöhen. Bisher wurden Psychotherapeuten ausschließlich an privaten Ausbildungseinrichtungen oder Privatuniversitäten ausgebildet, was oftmals mit hohen Kosten von mehreren zehntausend Euro verbunden war.

Künftige Perspektiven

Insgesamt werden die Studienplätze auf mehrere Universitäten verteilt: So stehen 200 Plätze im Verbund West-Mitte (Universitäten Salzburg, Linz, Innsbruck, Medizin-Universität Innsbruck) zur Verfügung, 140 in Graz, 80 in Krems sowie 40 in Wien und Klagenfurt. Zudem sind 75 Prozent der Studienplätze für Studierende mit einem österreichischen Maturazeugnis reserviert.

Die Präsidentin des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie, Barbara Haid, unterstützt die Einführung dieses universitären Rahmens für die Ausbildung, während Gesundheitsminister Johannes Rauch und Bildungsminister Martin Polaschek die Notwendigkeit betonen, gut ausgebildete Fachkräfte zu fördern, um der steigenden Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen gerecht zu werden. Die Novelle des Psychotherapiegesetzes schafft zudem neue Rahmenbedingungen für künftige Bachelorstudiengänge in Psychotherapie an öffentlichen Universitäten und regelt auch Bestimmungen für Online-Therapien.

Für die bestehende Ausbildung sieht die Novelle lange Übergangsfristen vor: Das psychotherapeutische Propädeutikum muss bis Ende September 2030 abgeschlossen sein, während das Fachspezifikum bis spätestens Ende September 2038 beendet sein muss. Diese weitreichenden Reformen sollen die psychische Gesundheit in der Bevölkerung stärken und die allgemeine Zugänglichkeit zu psychosozialer Unterstützung verbessern. Wie vienna.at berichtet, stellt dieser Schritt eine bedeutende Entwicklung in der Ausbildung von Psychotherapeuten dar.

Weitere Informationen stellt auch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung bereit, wo die gesetzlichen Neuerungen und deren Hintergründe ausführlich erläutert werden.