ams-Osram hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen einen Teil seines Sensorgeschäfts für 570 Millionen Euro an Infineon verkauft. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen eines umfassenden Plans zur Reduzierung der Schuldenlast, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu verbessern. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, wobei etwa 230 Mitarbeiter, davon rund 70 in Graz, von ams-Osram zu Infineon wechseln werden.
Die Perspektive auf finanzielle Entlastung wird durch die Verkaufsvereinbarung gestärkt, die nicht nur die Expertise der neuen Mitarbeitenden nutzt, sondern auch ein mehrjähriges Lieferabkommen zwischen ams-Osram und Infineon vorsieht.
Details zur Transaktion
Laut 5min.at betrifft die Transaktion nicht das optische Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäft. Diese Einheit erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von etwa 220 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von rund 60 Millionen Euro. Die Vermögenswerte der veräußerten Gesellschaften belaufen sich auf etwa 130 Millionen Euro, die zur Besicherung von Wandelanleihen und Senior Notes dienen.
Die Erlöse aus dem Verkauf sollen gezielt zur Rückzahlung dieser finanziellen Instrumente verwendet werden. Teilverkäufe im Rahmen des Entschuldungsplans könnten insgesamt rund 670 Millionen Euro einbringen. Der pro-forma-Verschuldungsgrad des Unternehmens soll von 3,3 auf 2,5 gesenkt werden, was eine signifikante Verbesserung darstellt.
Strategische Neuausrichtung
ams-Osram verfolgt mit diesem Schritt eine strategische Neuausrichtung, um sich verstärkt auf intelligente optische Halbleiter für Lichtemission und Sensorik zu konzentrieren. Das traditionelle Automobil-Lampengeschäft sowie das Ersatzlampengeschäft bleiben im Konzern und sollen als Unterstützung für das Halbleitergeschäft dienen. Darüber hinaus plant das Unternehmen, Investitionen in Wachstumsbereiche wie hochauflösende Frontlichtlösungen, Augmented-Reality-Brillen und optische Datenverbindungen zu erhöhen.
Für das Jahr 2030 strebt ams-Osram ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich sowie ein bereinigtes EBITDA von mindestens 25 Prozent an. Der erwartete Free Cash Flow soll mehr als 200 Millionen Euro betragen, und der Verschuldungsgrad soll unter 2 sinken.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Premstätten, Österreich, sowie einem Co-Hauptsitz in München, Deutschland, ist ein weltweit führender Anbieter von Licht- und Sensorlösungen. Wie it-times.de berichtet, beschäftigt ams-Osram weltweit rund 19.700 Mitarbeiter und fokussiert sich auf Innovationen in den Bereichen Digitalisierung, Smart Living und Nachhaltigkeit.
In der aktuellen Marktsituation wird der Verkauf als entscheidender Schritt von ams-Osram gesehen, um die finanzielle und strategische Flexibilität zu erhöhen. Mit über 110 Jahren Branchenerfahrung und einem umfassenden Portfolio an Technologien, plant das Unternehmen, seine Marktposition weiter zu stärken und den Umsatz im Jahr 2024 auf 3,4 Milliarden Euro zu erhöhen, wie ams-osram.com meldet.