Am 12. März 2026 wurde im Bildungshaus Osttirol in Lienz ein innovativer Fachkurs für Rechnungswesen vorgestellt, der in einer hybriden Form angeboten wird. Diese Weiterbildung zielt insbesondere auf Arbeitsuchende, wobei der Fokus auf Frauen liegt. Der Kurs findet zeitgleich in den Städten Lienz und Spittal statt und kombiniert Präsenzunterricht mit Online-Lernmodulen. Teilnehmer:innen in Lienz können einem Referenten aus Kärnten live folgen, während der Unterricht zwischen den beiden Standorten wechselt und per Streaming verfügbar ist.

Die Möglichkeit, Teile der Ausbildung im Homeoffice zu absolvieren, ist ein großer Vorteil, der besonders Menschen mit Betreuungspflichten entgegenkommt. Die Pflicht zur Anwesenheit an den Präsenztagen erfordert jedoch, dass die Kamera während des Online-Teils eingeschaltet bleibt. Insgesamt nehmen derzeit 17 Personen an dem Kurs teil, der vom AMS finanziert wird und über das Berufsförderungsinstitut (BFI) durchgeführt wird. Die AMS-Bundesgeschäftsstelle übernimmt die Kosten in Höhe von 200.000 Euro für die drei Module, die zum gesetzlich anerkannten Fachabschluss in Buchhaltung und Personalverrechnung führen.

Kooperation zwischen Tirol und Kärnten

Die neue Fachausbildung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den AMS in Kärnten und Tirol, die seit Herbst des vergangenen Jahres besteht. Die Zielsetzung dieser Kooperation ist es, das regional vorhandene Fachkräftepotenzial zu stärken und Randregionen zu unterstützen. Laut Angaben der AMS-Vertreterin Petra Draxl erfordert die Wirtschaft sowohl in Spittal/Drau als auch in Lienz gut ausgebildete Fachkräfte im Bereich Rechnungswesen, wobei verstärkt Frauen angesprochen werden sollen.

Die Ausbildung besteht aus drei Modulen und kann von Personen ohne Vorkenntnisse besucht werden. Ursprünglich auf 12 Teilnehmende ausgelegt, erfreut sich der Kurs bereits jetzt einer höheren Nachfrage. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit und das Interesse an solchen Bildungsangeboten in der Region. Der modulare Aufbau der Ausbildung ermöglicht es den Teilnehmer:innen, sich flexibel zu organisieren und das Erlernte fachgerecht anzuwenden.

Perspektiven und Unterstützungsangebote

Das AMS verfolgt mit seiner Ausbildungsinitiative das Ziel, Arbeitskräfte in den Bezirken zu halten und die Qualifizierung entsprechend der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu fördern. Überregionale Kooperationen, wie die Verbindung zum AMS Steiermark, werden als optimale Beispiele für zukunftsorientierte Bildungsangebote angesehen. Diese Strategie wird von dem Webportal Ausbildungskompass unterstützt, das umfassende Informationen über das österreichische Bildungssystem bereitstellt. Es bietet einen Überblick über mehr als 3.500 Ausbildungen und 1.100 Ausbildungseinrichtungen, was eine wertvolle Ressource für alle Interessierten darstellt.

Insgesamt zeigen die Initiativen des AMS, dass der Bildungssektor sich aktiv an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts anpasst und gleichzeitig barrierefreie Zugänge zu Ausbildungsangeboten schafft. Dies kommt besonders denjenigen zugute, die soziale oder familiäre Herausforderungen meistern müssen, und trägt zur Chancengleichheit in den Regionen Tirol und Kärnten bei.