Im Zuge aktueller Grabungsarbeiten am Iselkai in Lienz sorgten sich Naturschutzverbände um die Gesundheit uralter Alleebäume. Diese Arbeiten erfolgen in der Nähe der Wurzeln der Bäume, ein Umstand, der Bedenken hinsichtlich ihrer Stabilität und Langlebigkeit aufwirft. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik stellte während der letzten Gemeinderatssitzung im März die Frage zur Eröffnung des Iselstegs, worauf Stadtbaumeister Klaus Seirer ausführte, dass dies aufgrund notwendiger Grabungen an beiden Uferseiten noch einige Zeit dauern werde. Gleichzeitig bleibt der rechte Iselweg aufgrund von Sanierungsarbeiten der Straßenbauleitungen länger gesperrt.
Besorgte Passanten haben sich bereits an den Umweltverein Osttirol Natur gewandt, dessen Obfrau Renate Hölzl auf die potenzielle Gefährdung der Bäume aufmerksam machte. In einem Schreiben an Bürgermeisterin Blanik, den Stadtförster und die Umweltabteilung äußerte Hölzl ihre Sorge und bat um Informationen über die getroffenen Vorkehrungen zum Schutz der Wurzeln. Sie betonte die bedeutende ökologische Rolle der alten Stadtbäume, insbesondere in Zeiten des Klimawandels.
Ökologische Bedeutung der Stadtbäume
Die ökologischen Funktionen von Stadt- und Straßenbäumen sind von unschätzbarem Wert. Sie regulieren das Mikroklima, spenden Schatten, filtern Schadstoffe aus der Luft und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Allerdings stehen sie zunehmend extremen Bedingungen wie Bodenverdichtungen und Luftverschmutzung gegenüber. Diese Herausforderungen, verstärkt durch den Klimawandel, können die Lebensdauer der Bäume erheblich verkürzen. Es ist daher essentiell, dass künftige Baumartenwahl den sich verändernden klimatischen Bedingungen Rechnung trägt, um die Wohlfahrtsfunktionen zu bewahren.
Ein Konzept, das die Stadt Jena entwickelt hat, befasst sich umfassend mit diesen Themen. Laut dem Umweltbundesamt wurde eine Baumartenempfehlungsliste erstellt, die etwa 160 geeignete Baumarten für die klimatischen Verhältnisse bis zum Jahr 2100 berücksichtigt. Darin enthalten sind auch Modellstraßen-Steckbriefe sowie Baumartenporträts, um zukunftsfähige Entscheidungen zu fördern.
Die Umsetzung dieser Konzepte wird seit April 2016 kontinuierlich ohne zeitliche Begrenzung verfolgt, unterstützt durch öffentliche Informationen und Dialogveranstaltungen. Die Ergebnisse dieses Projekts könnten auch für den Lienzer Kontext von großer Bedeutung sein, insbesondere um den nachhaltigen Schutz und die Pflege der wertvollen Bäume am Iselkai zu sichern.
In Anbetracht der aktuellen Situation bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung und alle Beteiligten die nötige Sorgfalt walten lassen, um die wertvollen alten Bäume zu schützen und deren ökologische Funktionen zu wahren.






