Eine neue internationale Studie, erstellt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Universität Exeter und dem Zentrum für internationale Klimaforschung (CICERO), betont die dringende Notwendigkeit, die globale Erwärmung unter 2°C zu halten. In dem am 20. Februar 2026 veröffentlichten Bericht wird gefordert, die Erwärmung sogar möglichst schnell auf unter 1,5°C zu reduzieren. Langfristig strebt die Studie eine Stabilisierung der globalen Temperaturen auf etwa 1°C über dem vorindustriellen Niveau an, um die Risiken von Kipppunkten in verschiedenen Ökosystemen zu minimieren, so Oekonews.

Kipppunkte sind kritische Schwellenwerte, deren Überschreitung zu irreversiblen Änderungen stabiler Teilsysteme der Erde führen kann. Die Studie identifiziert potenziell acht Kipppunkte, die bereits bei einer Erwärmung von weniger als 2°C erreicht werden könnten. Dazu gehören die tropischen Korallenriffe, der Amazonas-Regenwald und der Permafrostboden. Der Co-Leitautor Nico Wunderling äußert sich besorgt darüber, dass das Überschreiten des 1,5 °C-Limits bis zu fünf Kipppunkte aktivieren könnte. Laut Prognosen wird die globale Erwärmung bis Ende der 2020er Jahre oder in den 2030er Jahren voraussichtlich 1,5°C überschreiten.

Auswirkungen der Kipppunkte

Die steigenden Temperaturen stellen insbesondere die Warmwasser-Korallenriffe vor massive Herausforderungen. Sie stoßen zunehmend ihre Algenpartner ab, ein Prozess, der als Ausbleichen bekannt ist und zum Absterben der Korallen führen kann. Der Global Tipping Points Report 2025 warnt, dass der Kipppunkt für Warmwasser-Korallen bereits erreicht sein könnte. Aktuell beträgt die globale Erwärmung zwischen 1,3 und 1,4°C, was die Wahrscheinlichkeit, dass Korallenriffe kippen, auf über 99 Prozent erhöht, auch wenn die Erwärmung bei 1,5°C liegt, so Deutschlandfunk.

Die Gefahren, die von Kipppunkten ausgehen, sind nicht zu unterschätzen. Sie können selbstverstärkende Prozesse auslösen, die die Ökosysteme dauerhaft verändern und dabei auch ökonomische Werte beeinträchtigen. Schätzungen zufolge liefern Korallenriffe jährlich Ökosystemleistungen im Wert von etwa 10 Billionen US-Dollar. Weitere Systeme, die in Gefahr sind, sind der Permafrostboden, die Grönland- und der westantarktische Eisschild sowie der subpolare Wirbel.

Vorbereitungen und Ausblick

Um die Risiken im Zusammenhang mit diesen Kipppunkten zu minimieren, ist es entscheidend, die Erderwärmung stabil unter 1,5 Grad zu halten. Hinweise auf das Überschreiten kritischer Schwellen nehmen zu, wobei jedes zehntel Grad das Risiko unumkehrbarer Veränderungen erhöht. Interessanterweise können positive Kipppunkte auch angestoßen werden, etwa durch technologische und gesellschaftliche Innovationen, die nachhaltige Entwicklungen fördern. Fortschritte in der Solar- und Windenergie sowie in der Elektromobilität sind bereits sichtbar und könnten zur Stabilisierung des Klimas beitragen, so MDR.

Angesichts der Komplexität und der weitreichenden Konsequenzen der Kipppunkte fordern internationale Experten dringend einen effektiven und umfassenden Klimaschutz, um die Erde auf einem lebenswerten Kurs zu halten. Die Zeit drängt, und es ist notwendig, rasch Maßnahmen zu ergreifen, um die Erderwärmung zu begrenzen.