Kathrin Sevecke, Direktorin der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter Innsbruck, berichtet über zunehmend riskantes Konsumverhalten unter Jugendlichen. In ihrer Rolle als Expertin für Suchterkrankungen hat sie festgestellt, dass es selbst elfjährige Kinder gibt, die bereits Drogen konsumieren. Dies ist Teil eines alarmierenden Trends, bei dem Jugendliche verschiedene Substanzen kombinieren, ohne die potenziellen Wechselwirkungen zu berücksichtigen. Die Verfügbarkeit von Drogen beeinflusst die Konsumgewohnheiten stark; häufig konsumierte Substanzen sind Zigaretten, Alkohol, Cannabis, Kokain, Ketamin, Ecstasy und rezeptpflichtige Medikamente.

Während der Corona-Zeit stieg der Drogenkonsum, und dieser Trend bleibt auf hohem Niveau. In der Klinik werden Notfälle behandelt, die von Intoxikationen bis zu psychischen Ausnahmezuständen reichen. Sevecke erklärt, dass in der Klinik zwei Aufnahmemöglichkeiten bestehen: eine Krisenaufnahme bei akuter Gefährdung und eine freiwillige Aufnahme auf der Therapiestation. Eltern haben dabei wenig Einfluss auf die Behandlung ihrer Kinder, was durch fehlende gesetzliche Regelungen zur längeren Behandlung von Jugendlichen gegen deren Willen verschärft wird.

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Die Gründe für den Konsum

Zu den Faktoren, die den Substanzkonsum bei Jugendlichen fördern, gehören Spaß, Resignation, der Einfluss des Freundeskreises und die einfache Verfügbarkeit von Drogen. Der schädliche Gebrauch von Substanzen führt zu ernsthaften gesundheitlichen Risiken, angefangen von psychischen Erkrankungen bis hin zu chronischen Konsumstörungen mit hohem Rückfallpotenzial. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO entfallen über 9 % der verlorenen Lebensjahre bei Personen unter 24 Jahren auf den Konsum psychoaktiver Substanzen, was die schädlichen Auswirkungen deutlich unterstreicht.

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Die Mehrheit der Jugendlichen hat ihre ersten Erfahrungen mit Tabak und Alkohol zwischen 13 und 15 Jahren. Nichtsdestotrotz ist Alkohol nach wie vor die am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz. In Deutschland berichten 35,5 % der Jugendlichen, dass sie in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumiert haben, und über 12 % dieser Altersgruppe zeigen risikobehafteten Alkoholkonsum.

Der Bedarf an Behandlung

Die Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen (SUD) erfordert spezifische Ansätze, die auf das Alter und die jeweilige Störung abgestimmt sind. Der Erfolg der Behandlung hängt primär von der Mitarbeit der Jugendlichen ab. Sevecke hebt hervor, dass ihre Klinik ein multimodales Behandlungskonzept verfolgt, das Familientherapie, Einzeltherapie und verschiedene Fachtherapien umfasst. Der Bezirk Lienz, in dem kein Kinder- und Jugendpsychiater vorhanden ist, ist besonders betroffen: Jugendliche aus dieser Region werden regelmäßig in der Klinik in Hall behandelt. Um diesen ungedeckten Bedarf zu adressieren, plant Sevecke ein Home-Treatment-Team in Lienz, was in der Vergangenheit bereits positive Erfahrungen hervorgebracht hat.

Statistiken aus den USA belegen, dass der Konsum von Zigaretten unter Jugendlichen im Laufe der Jahre zurückgegangen ist, aber der Konsum von E-Zigaretten und Cannabis-Produkten hat zugenommen. Fast 90 % des konsumierten Alkohols werden im Rahmen von Trinkgelagen („Binge“) konsumiert, was die Risikofaktoren für Alkoholkonsumstörungen erhöht. Für den effektiven Umgang mit diesem Thema ist ein Screening auf Substanzkonsum Teil der Gesundheitsvorsorge.

Zu den häufigsten Gründen für den Substanzkonsum zählen soziale Erfahrungen, Stressabbau, Risikobereitschaft sowie die Linderung psychischer Symptome. Auch elterliches Verhalten hat einen signifikanten Einfluss auf die Einstellungen der Jugendlichen zu Drogen. In Anbetracht der komplexen Problematik ist ein hoher Forschungsbedarf zur Verbesserung der Prävention und Therapie von SUD bei Kindern und Jugendlichen gegeben.

Insgesamt verdeutlicht diese Entwicklung die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen und gezielte Therapieansätze zu verfolgen, um den gefährdeten Jugendlichen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen.

Die Hintergründe und Besonderheiten dieser Thematik werden umfassend in den Quellen behandelt. Kathrin Sevecke und die Entwicklungen aus der Wissenschaft machen deutlich, dass der Umgang mit Substanzkonsum bei Jugendlichen ein dringendes gesellschaftliches Anliegen darstellt. Die Informationen stammen aus den Analysen von Dolomitenstadt, dem Ärzteblatt und den hochinformierten Richtlinien der MSD Manuals.